Das Weltwissen einer Epoche

Rund 200 Jahre lang war der Brockhaus in Deutschland das Maß aller Wissensdinge. Die 21. und letzte Auflage war auf 30 Bände angewachsen, 70 Kilo gedruckte Fakten mit 300 000 Stichwörtern. Noch schwerer wog allerdings der Preis von 2820 Euro. Das war offenbar zu viel Geld für die Zuverlässigkeit. Das Internet-Lexikon Wikipedia bietet rund 1,7 Millionen deutschsprachige Einträge. Ihre Qualität ist jedoch nicht so durchgängig gesichert wie beim Brockhaus, sondern von der Qualifikation der freiwilligen Autoren abhängig. Die Zuverlässigkeit der Wikipedia ist mit den Jahren gewachsen, auch wenn man als Laie im Zweifelsfall nicht erkennen kann, an welcher Stelle.

Der gedruckte Brockhaus ist nun Geschichte, und man kann das bedauern, weil man beim blätternden Nachschlagen ja nicht selten einen zufallsgesteuerten Wissenszuwachs erlebte. Aber mit jedem Tag, der seit dem Erscheinen der letzten Neuauflage 2006 verstreicht, wird auch der Brockhaus immer unzuverlässiger. Allemal aber bleibt er ein Dokument – der Buchbinde- und Druckkunst und des Weltwissens am Anfang des 21. Jahrhunderts.

 
 

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