Das Leseverhalten Jugendlicher wandelt sich

Das Interesse von Jugendlichen am Lesen ist ungebrochen. 42 Prozent der 12- bis 19-Jährigen lesen laut der sogenannten JIM-Studie täglich oder mehrmals pro Woche in Büchern, wie der Arbeitskreis Jugendliteratur und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Freitag auf der Leipziger Buchmesse bei der Vorstellung des "Trendberichts Kinder- und Jugendbuch 2013" mitteilten.

Leipzig (dapd). Das Interesse von Jugendlichen am Lesen ist ungebrochen. 42 Prozent der 12- bis 19-Jährigen lesen laut der sogenannten JIM-Studie täglich oder mehrmals pro Woche in Büchern, wie der Arbeitskreis Jugendliteratur und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Freitag auf der Leipziger Buchmesse bei der Vorstellung des "Trendberichts Kinder- und Jugendbuch 2013" mitteilten. Das Leseverhalten junger Menschen hat sich hingegen verändert. Zum einen spielen digitale Medien eine immer größere Rolle. Außerdem orientieren sich Jugendliche stärker an den Angeboten für Erwachsene und greifen seltener zu Titeln, die als Jugendbücher deklariert sind.

2012 machten Kinder- und Jugendbücher dem Börsenverein zufolge 15,6 Prozent des gesamten Buchumsatzes aus und lagen damit im Gesamtmarkt auf Platz zwei hinter der Belletristik. Zugleich stünden Bücher in einem immer stärkeren Wettbewerb mit modernen Medien, wie Online-Zeitungen, Apps und E-Books, sagte Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. Wer diese Lebenswirklichkeit bei der Leseförderung berücksichtige, dem biete sich mit digitalen Medien und moderner Technik die Chance, Kinder und Jugendliche zum Lesen zu motivieren.

Maas verwies auf verschiedene Studien, die das Potenzial von E-Readern gezeigt hätten. Gerade jungen Menschen, die sich sonst wenig mit Büchern beschäftigen, erscheint demnach das Lesen attraktiver, wenn es mit dem technischen Gerät in Verbindung steht. Laut JIM-Studie nutzen bislang jedoch nur zwei Prozent der Kinder und Jugendlichen zum Lesen E-Books. Die repräsentative Studie Jugend, Information, (Multi-)Media - kurz JIM - ist eine jährliche Untersuchung zum Medienumgang der 12- bis 19- Jährigen in Deutschland.

Sogenannte All-Age-Bücher werden immer wichtiger

Ein klarer Trend ist auch bei den Lesevorlieben von Jugendlichen erkennbar. Sie lesen inzwischen mehrheitlich nicht mehr die Titel, die als "Jugendbücher" ausgewiesen sind, wie die Vorsitzende des Arbeitskreises Jugendliteratur, Renate Reichstein sagte. Interessanter seien für sie statt dessen die Angebote für Erwachsene. Als einen möglichen Grund nannte Reichstein, den Wunsch von Jugendlichen, sich erwachsener zu fühlen sowie ein "Verrutschen der Skalen" bei der Alterskennzeichnung. Beispielsweise würden mittlerweile Lesestoffe für Zehnjährige als Jugendbücher gelabelt. Diese könnten Jugendliche nicht ansprechen.

"Für Verlage werden deshalb All-Age-Titel, also Bücher für junge Menschen ab 14 Jahre immer interessanter", sagte Reichstein. Als Beispiele nannte sie Bücher wie die "Twilight/Bis(s)"-Reihe, die "Tribute von Panem", aber auch Charlotte Roches "Schoßgebete" und natürlich "Harry Potter".

Der Trend schlägt sich auch in Zahlen nieder. Mit einem Umsatzanteil von 26,4 Prozent stellen Jugendbücher laut einer Erhebung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels im Segment der Kinder- und Jugendliteratur nach wie vor die größte Warengruppe. Im vergangenen Jahr verzeichneten sie jedoch einen Umsatzrückgang von 5,9 Prozent. Umsatzzuwächse erreichten jedoch die Angebote für die Jüngsten. Bilderbücher legten um 2,7 Prozent zu, Erstlesebücher um 1,7, Vorlesebücher immerhin um 1,4 Prozent.

dapd

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