Cornelia Funke besucht Dorsten - „Zuhause ist, wo die Kinder sind“

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"Hoher" Besuch in Dorsten: Mit Sohn Ben (17) kam Bestseller-Autorin Cornelia Funke zu ihren Eltern Helmi und Karl-Heinz in die Heimatstadt. Am Montag löcherte sie die Jahrgangsstufe 5 des Petrinum mit Fragen. Mit der WAZ sprach Cornelia Funke über ihre Projekte, ihre Literatur und die Beziehung zu ihrer Heimatstadt Dorsten.

Dorsten.. Beim „Privatbesuch“, zu dem Cornelia Funke mit Sohn Ben (17) zu ihren Eltern Helmi und Karl-Heinz in die Heimatstadt kam, gehörte sie auch ihren Fans. Kurz nach der Landung aus Los Angeles, wo sie seit sieben Jahren lebt, eröffnete sie die Ausstellung mit ihren Illustrationen in der Alten Stadtwaage. Am Montagmorgen hing die Jahrgangsstufe 5 des Petrinum bei der Lesung aus „Reckless“ an ihren Lippen und löcherte die Bestseller-Autorin mit Fragen. Am Nachmittag dann die Lesung in der ausverkauften St.Ursula-Aula und am Abend ein Empfang im „Baumhaus“. Mit der WAZ sprach Cornelia Funke über ihre Projekte, ihre Literatur und die Beziehung zu ihrer Heimatstadt Dorsten.

Die nächsten Bücher

„Reckless II kommt im September. Ich habe darin Märchen aus der Schweiz, Frankreich und England verarbeitet. Es wird eine Karte geben für die Spiegelwelt, einen französischen König, der an Napoleon II erinnert. Insgesamt wird es wohl fünf Bücher mit den Helden Jacob und Will geben: im dritten Teil geht es um Russland, im vierten verarbeite ich asiatische Märchen, im fünften spanische und arabische.

Über das Schreiben

„Ich schreibe filmisch, weil ich Illustratorin bin. Weil „Reckless“ inspiriert ist von der Welt des 19. Jahrhunderts, muss ich viel recherchieren, mich auch technisch kundig machen. So weiß ich jetzt endlich, wie ein Motor funktioniert. Ich hatte noch nie so viel Spaß am Schreiben.“

Über verfilmte Bücher

„Verfilmungen mit den Büchern zu vergleichen, bringt wenig. Es ist die Interpretation eines anderen Künstlers, der die Geschichte kondensieren muss. Reckless wird wohl in einigen Jahren verfilmt. Ich werde mit produzieren und auch neun Monate lang am Set leben. Selbst Regie führen? Nein, ich brauche nicht noch einen Beruf!“

Über die Spiegelwelt USA

„Ich lebe ja selbst auf der anderen Seite. Da lernt man, wie verschieden die Welten sind. Ich kann nur jedem empfehlen, eine Zeit lang im Ausland zu leben. Für meine Kinder war ein englisch-sprachiges Land das einfachste, außerdem ist in L.A. das Wetter besser als in England. An den Amerikanern gefällt mir die Mischung aus Herzlichkeit und Unkompliziertheit, dass sie lösungsorientiert denken.“

Über ihre Zukunft

„Man ist da zu Hause, wo die Kinder sind. Für mich ist das jetzt Los Angeles und London, wo meine Tochter Anna (22) lebt. Sie will in Asien arbeiten, mein Sohn hängt an L.A. Ich habe keine Ahnung, was ich machen werde. Man sollte das Leben als Abenteuer sehen.“

Über soziales Engagement

„Etwa 30 % meiner Zeit benötige ich für mein Engagement in Wohltätigkeitsorganisationen. Etwa zehn unterstütze ich in London, L.A. und Hamburg. Ich plane, eine Stiftung für Kinder zu gründen.“

Über Schriftsteller-Ruhm

„Im Vergleich zu prominenten Schauspielern, die ich kenne, bin ich gut dran. Als Schriftsteller genießen wir die Vorteile, ohne einen Preis zu zahlen. Das ist schon sehr angenehm. Wenn man in einen Spiegel sieht und denkt, man schaut in eine Kamera, dann wird es bedenklich. Auf die Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten im Time-Magazine stand ich wohl nur wegen der Journalisten, deren Kinder meine Bücher gelesen haben.“

Über das Baumhaus

„Das ist sehr aufregend, der magischste Ort für mich in Dorsten. Das Projekt ist eine wunderbare Sache, ich bin ständig informiert über das, was da passiert.“

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