Christine Mielitz: "Die Kinderoper ist ein politisches Statement"

Foto: WR RALF ROTTMANN

Dortmund. Die Kinderoper feiert am 5. Mai ihren ersten Geburtstag: Ein Gespräch mit der Mutter der Idee, Opernintendantin Christine Mielitz.

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag der Kinderoper?

Dass der Besuch so rege bleibt, wie er ist. Das kleine Haus platzt aus allen Nähten. Ein Traum für alle großen Theaterhäuser. Ich wünsche mir, dass mehr Kinder die Erwachsenen an die Hand nehmen und mit denen ins Theater gehen. Der erste Geburtstag lässt uns im Alltag ankommen: Ich wünsche mir, dass wir diesen Alltag so weiter bewältigen können - weil sehr viel Kraft und Idealismus von allen Seiten gefordert ist. Das ist eine wirkliche Herausforderung.

Weil es neben dem Spielpan der Oper bewältigt werden muss?

Wir haben es geschafft, dass niemand mehr von „neben" oder „zusätzlich" redet. Die Kinderoper ist mit zum Kern unserer Arbeit geworden. Wir haben tolle musikpädagogische Kräfte. Und unsere vier Auszubildenden fühlen sich verantwortlich für dieses kleine Haus: Es ist also eine Ausbildungs- und Lehrstätte in jeder Hinsicht geworden. Die Freude, die uns die Kinder zurückgeben, ist unbezahlbar und macht sprachlos.

Drei Premieren und zwei Wiederaufnahmen hat diese Spielzeit. Wollen Sie die Taktung behalten?

Wir haben ja zusätzlich zwei Gastspiele in der Zeit gehabt, ein gut besuchtes Operazzi- Projekt, zwei Adventssingen und den türkischen Kindertag. Die Kinderoper steht kaum einen Tag leer. Auch die Schulen verwirklichen Projekte in dem Raum.

Wie ist die Auslastung?

Hexe Hillary liegt bei 100 Prozent, „Ich-bin-Ich" bei 98,7 Prozent. Schwieriger heranzukommen ist an die 12- bis 17-Jährigen: Dort würden mich 10 bis 20 Prozent mehr freuen. Aber auch wir sind Lernende auf dem Gebiet. Das Experiment mit den Kindergärten und das Gastspiel „Bundibar" gingen sehr gut. Der Durchschnitt liegt bei über 80 Prozent, ohne die unentgeltlichen Veranstaltungen. Wichtig ist: Im simplen Sinne wirtschaftlich ist ein Haus mit 96 Plätzen nie. Es kommt dieses Unbezahlbare zurück.

Wie sind die Pläne für 2010?

Wir haben zwei Premieren: Ein türkisches Kinderoper-Projekt. Und „Affe besiegt Knochengeist", in dem sich alle Religion vereinen.

Ist es Ihnen wichtig, politisch zu sein?

Man ist immer politisch. Dieses ganze Kinderoper-Projekt ist ein politisches Statement: Für Kinder, Jugend, Zukunft, Spaß, Freunde und Lust. Christine Mielitz macht die Freude der Kinder "sprachlos". Rottmann

 
 

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