Brasilien will auf Buchmesse 2013 Klischees überwinden

Brasilien hat sich für seinen Gastlandauftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2013 ein klares Ziel gesetzt. "Wir würden im kommenden Jahr gerne Überraschungen nach Frankfurt bringen", sagte der Direktor der Kulturabteilung des brasilianischen Außenministeriums, George Firmeza, am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse.

Frankfurt/Main (dapd-hes). Brasilien hat sich für seinen Gastlandauftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2013 ein klares Ziel gesetzt. "Wir würden im kommenden Jahr gerne Überraschungen nach Frankfurt bringen", sagte der Direktor der Kulturabteilung des brasilianischen Außenministeriums, George Firmeza, am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse. Den zahlreichen Klischees über Brasilien solle die vielfältige Literatur des Landes entgegengesetzt werden. Dazu beitragen sollen mehr als 70 brasilianische Autoren, die im kommenden Jahr ihre Werke im deutschsprachigen Raum vorstellen. Die brasilianische Regierung lässt sich den Ehrengastauftritt unter dem Motto "Brazil in Every Word" 10 Millionen US-Dollar (rund 7,7 Millionen Euro) kosten.

Milton Hatoum, einer der populärsten zeitgenössischen Schriftsteller Brasiliens, betonte, sein Land sei sehr viel mehr als Samba, Karneval und Fußball. "Die Literatur eines Landes ist in der Lage, Stereotypen zu zerstören", zeigte er sich zuversichtlich. Es gebe viele Stimmen brasilianischer Erzähler, die in Deutschland nicht bekannt seien. "Sie stellen aber ein ganzes Universum in Brasilien dar", fügte er hinzu.

Facettenreiche Kultur

Brasilien, ein Land mit rund 193 Millionen Einwohnern und von der Größe eines Kontinents, hat eine aus zahlreichen Einflüssen gespeiste Kultur. In keinem anderen Land außerhalb Afrikas leben mehr Menschen afrikanischer Herkunft als in Brasilien. Sie stellen 44 Prozent der Bevölkerung. Aber auch große Gruppen von Immigranten italienischer, deutscher, arabischer oder japanischer Herkunft sind hier zu Hause und beeinflussten die Kultur des Landes.

Der Direktor der Buchmesse, Juergen Boos, schwärmte, Brasilien schaffe es, alle Einflüsse aufzunehmen und daraus etwas neues zu erschaffen. "Die Literatur dieses Landes ist derart facettenreich, jung und dynamisch, dass sie sich in keine Schublade einordnen lässt", fügte er hinzu. Nichts sei besser geeignet, als Kultur und Literatur, um der Welt das neue Brasilien, das sich in den vergangenen Jahren stark verändert habe, zu zeigen.

Renommierte Regisseurin gestaltet Pavillon

Für die Gestaltung des brasilianischen Pavillons auf der Buchmesse hat das Gastland unter anderem die Regisseurin und Bühnenbildnerin Daniela Thomas gewonnen, die bereits die Inszenierung der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in London mitgestaltete. Details zum Pavillon wollte der Präsident des Organisationskomitees Frankfurt 2013, Galeno Amorim, noch nicht nennen. Nur soviel: Es werde eine Ausstellung zur Literatur Brasiliens geben und ein Auditorium mit 150 Plätzen.

Brasilien beschränkt sich bei seiner Präsentation jedoch nicht nur auf den Gastlandauftritt. Bereits ab März werden zur Einstimmung zahlreiche Veranstaltung in Frankfurt zur brasilianischen Kultur stattfinden. Das Spektrum reicht von Lesungen über Ausstellungen bis hin zu Theaterveranstaltungen und Filmvorführungen. Amorim sagte dazu: "Wir wollen Frankfurt brasilianisieren."

dapd

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