Berliner Museum Berggruen neu eröffnet

Das Berliner Museum Berggruen steht nach zweijähriger Umbauzeit wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung. Es wurde um einen Erweiterungsbau und um zahlreiche Kunstwerke ergänzt, wie der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, am Freitag sagte. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi. Für das Wochenende sind zwei Tage der offenen Tür geplant.

Berlin (dapd). Das Berliner Museum Berggruen steht nach zweijähriger Umbauzeit wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung. Es wurde um einen Erweiterungsbau und um zahlreiche Kunstwerke ergänzt, wie der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, am Freitag sagte. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi. Für das Wochenende sind zwei Tage der offenen Tür geplant. Ab Dienstag ist das Haus dann regulär zu besichtigen.

Namensgeber ist Heinz Berggruen (1914-2007). Der Kunstmäzen musste 1936 wegen seiner jüdischen Herkunft aus Deutschland fliehen. Nach dem Krieg kehrte er mit einer Kunstsammlung zurück, die er beständig erweiterte und im Jahr 2000 der Stiftung Preußischer Kulturbesitz übereignete. Bereits 1996 hatte er sich wieder in seiner Heimatstadt Berlin niedergelassen.

Die Baukosten für das Projekt lagen den Angaben zufolge bei 6,48 Millionen Euro. Weitere Mittel wurden für die Ersteinrichtung (851.000 Euro) und für einen neuen Skulpturengarten mit Werken des Künstlers Thomas Schütte (260.000 Euro) aufgewendet. Für das neue Museum wurden ein historischer Bau des Architekten Friedrich August Stüler und das sogenannte Kommandantenhaus im Umfeld des Schlosses Charlottenburg miteinander verbunden.

Der Stüler-Bau war seit 1960 als Antikenmuseum genutzt worden. Seit Mitte der 1990er Jahre beherbergt er die Sammlung Berggruen. In dem nun erweiterten Museum sind Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Paul Klee und Alberto Giacometti zu sehen. Es gehört zu den bedeutendsten Ausstellungs-Plätzen der Klassischen Moderne in Deutschland.

Ausstellungsfläche fast verdoppelt

"Das ist ein wichtiger Tag für den Museumsstandort Charlottenburg, weil er ihn stärkt", sagte Parzinger. Dank gebühre vor allem der Familie Berggruen. Deren neue Leihgaben rundeten die erweiterte Ausstellung ab. Auch über die Architektur des Hauses sei er "sehr, sehr glücklich".

Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, verwies auf die zahlreichen neu geschaffenen Möglichkeiten. Neben einer nahezu verdoppelten Ausstellungsfläche gebe es jetzt einen Raum für Museumspädagogik, einen Museumsladen sowie einen Raum, in dem das Leben Heinz Berggruens dokumentiert werde. Darüber hinaus sei im gesamten Gebäude Barrierefreiheit hergestellt.

Obwohl die Kunstwerke mehr Licht und Raum hätten, sei die Intimität des Museums nicht verloren gegangen, sagte Eissenhauer weiter. Den Architekten sei es gelungen, die beiden Altbauten "auf elegante und dezente Weise" miteinander zu verbinden. "Als Heinz Berggruen im Stülerbau wohnte, hatte er die Vision dieser Erweiterung. Wir sind überaus glücklich, dass diese Vision nun erfüllt ist."

Familie Heinz Berggruens weiter engagiert

Olivier Berggruen, der als Vertreter der Familie zur Übergabe angereist war, zeigte sich ebenfalls hoch erfreut über das neu gestaltete Museum. Er erinnerte an die Anfänge seines Vaters als Sammler 1940 in Übersee und schlug den Bogen zum erweiterten Berliner Museum: "Ich glaube, dass wir jetzt an einem der wichtigsten Punkte dieser langen Sammlungsgeschichte angelangt sind. Das ist ein sehr schöner Moment. Werk und Vision meines Vaters werden ausführlich gezeigt."

Weil Heinz Berggruen gern die gesamte Schaffensbreite eines Künstlers zusammengetragen habe, wären nun in Berlin - beispielsweise bei Klee und Picasso - "Durchblicke" und "Tiefblicke" möglich. Es gebe auch eine Zukunft für die Kunstsammlung, betonte Berggruen und kündigte ein weiteres "starkes Engagement" der Familie an.

Dazu würden Projekte wie kleinere Ausstellungen und Events zählen. Zugleich verwies er auf wichtige Neuerwerbungen der Familie für Berlin, wozu unter anderem ein Picasso-Werk aus den 1950er Jahren und ein Bild von Paul Klee aus den 1920er Jahren zählten.

dapd

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