Aus Präses könnte eine Bischöfin werden

Bielefeld.  Ein klares „Ja“ zur Ökumene, allerdings unter Beibehaltung und deutlichen Klarstellung eines eigenen evangelischen Profils - in dieser Haltung und Überzeugung hat die westfälischen Landessynode im 500. Jubiläumsjahr der Reformation jetzt vom 14. bis 17. November in Bielefeld getagt. Präses Annette Kurschus fasste am Ende der Synode die Atmosphäre der Tagung zusammen: „Reformation bedeutet für uns, die Kirche ständig auf den Prüfstand zu stellen.“ Hier im Einzelnen die Beschlüsse und Weichenstellungen, die das Kirchenparlament verabschiedet hat.

Die Präses

Schon seit geraumer Zeit wird auf allen Ebenen der Landeskirche darüber diskutiert, ob der Amtsname „Präses“ für die kirchenleitende Theologin Annette Kurschus nicht in „Bischöfin“ umgewandelt werden sollte. Dabei sollen Aufgabe und Rolle dieser Position gerade auch nach außen verständlicher gemacht werden.

Die Synode hat nun die Kirchenleitung aufgefordert, entsprechende Vorschläge zur möglichen Änderung der Dienstbezeichnung bis zur nächsten Jahrestagung im November 2017 vorzubereiten. Liegt dann ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch, könnte die Synode im kommenden Jahr den Amtstitel „Bischöfin“ tatsächlich verbindlich ­beschließen.

Die Finanzen

Dank der abermals guten Konjunktur liegt das erwartete Kirchensteueraufkommen für die westfälische Landeskirche für 2017 bei 485 Millionen Euro. Zwölf Millionen gehen davon als Finanzausgleich an die Landeskirchen in Ost- und Mitteldeutschland, knapp 255 Millionen in die 28 westfälischen Kirchenkreise (mit Pfarrerbesoldung), 51 Millionen in den Allgemeinen Haushalt und 36 Millionen fließen in die Aufgaben Weltmission und der kirchlichen Entwicklungsdienste. Vizepräsident Dr. Arne Kupke verwies aber im Hinblick auf den demografischen Wandel und den anhaltenden Kirchen-Mitgliederschwund trotz der erfreulichen Einnahmensituation darauf, dass „die Grundbedingungen der Kirchensteuer bereits auf einen Rückgang ausgerichtet sind“. Soll heißen: Es gilt, äußerst umsichtig zu wirtschaften und dringend notwendige Rücklagen zu bilden.

Das Pfarramt

Ausgehend von der Einschätzung der Präses Annette Kurschus – „Nach wie vor kann ich mir keinen schöneren und schwereren Beruf vorstellen“ – hat die Landessynode das im Wandel befindliche Bild des Pfarrberufs erneut (wie im Vorjahr) diskutiert. Es geht darum, den 1700 westfälischen Pfarrerinnen und Pfarrern (davon 1200 im direkten Gemeindedienst) konkrete Perspektiven und Rahmenbedingungen für ihre Berufsausübung vor Ort an die Hand zu geben. Der Spagat zwischen „immer im Dienst“ und dem berechtigten Anspruch auf Freizeit und Privatleben muss ausgleichend Rechnung getragen werden. Dazu ist u. a. ein neues Mit- und Nebeneinander von Haupt- und Ehrenamtlichen innerhalb der Kirche sowie eine differenziertere und klarere Aufgabenteilung aller Beteiligten nötig. Arbeitsgruppen sollen zur nächsten Synode entsprechend ausgearbeitete Vorschläge darlegen.

 
 

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