Armin Mueller-Stahl in Solingen – Schauspieler, Maler, Narr

Jens Dirksen
Das Kunstmuseum Solingen zeigt noch bis zum 18. November 140 Grafiken, Gemälde und Übermalungen des 81-Jährigen, der in den letzten Jahren immer mehr zum Stellvertreter Thomas Manns auf Erden geworden ist. Viele, viele Promi-Porträts von Schubert über Adorno bis John Lennon und Pina Bausch.

Solingen. „Guckt mal, da hinten kommt Thomas Mann!“, tönte es aus der zu 100 Prozent weiblichen Ostwestfalen-Reisegruppe. Dabei war es Armin Mueller-Stahl, der die Ausstellung von 140 seiner Grafiken und Gemälde im Kunstmuseum Solingen eröffnete.

Der halb in Los Angeles, halb in Lübeck lebende Mueller-Stahl (81) hat sich allerdings zu einer Art Stellvertreter Thomas Manns auf Erden entwickelt. Und auch seine Malerei, die vielen vielen Porträts, die Mueller-Stahl auf die Leinwand, auf den Lithografiestein geworfen hat, sie leben von der Anverwandlung, wie sie der Schauspieler Mueller-Stahl betreibt.

[kein Linktext vorhanden]Andere Künstler würde man verdächtigen, Name-Dropping in Rahmen zu betreiben: Von Heinrich Heine und dem jungen Schubert über Theodor Adorno bis zu Joe Cocker, John Lennon und Dustin Hoffman (beim Tango-Üben), Pina Bausch und John Wayne reicht die Reihe derer, von denen sich Mueller-Stahl in expressiver Manier ein Bild gemacht hat. Wesens- und Gesichtszüge balanciert er aus, und manchmal – wie bei Richard Wagner — ist es ein sehr persönlicher Blick, der vom Porträtierten so gut wie nichts zu erkennen gibt, weil die Malerei eine Welt aus Wille und Vorstellung ist.

Beeindruckende Selbstportraits

Jenseits seiner Lithografie-Serien „Urfaust“ und „Hamlet in Amerika“, für die er sich stilistisch bei George Grosz anlehnt, beeindrucken Armin Mueller-Stahls Selbstporträts. Neben dem grüblerischen, auf dem er wieder Thomas Mann ähnelt, spiegelt ihn vor allem jenes „Selbst als Narr“ mit roter Kappe und kalkweißem Antlitz – wie eine Leinwand, die erst noch bemalt werden will.

Armin Mueller-Stahl: Zeichnen ist für mich wie Schauspielern. Kunstmuseum Solingen, Wuppertaler Str. 160. Bis 18. November, Di-So 10-17 Uhr, Eintritt: sechs, ermäßigt drei Euro.