American way of drive

Chromblitzende Kühlergrills, XXL-Karosserien und reichlich PS unter der Haube – der Traum vom Fahren ist für manche Autobesitzer ein „american dream”. Auch in der freizeit-Region boomt die US-Car-Szene ungebremst: Demnächst kommt's zweimal zum großen Aufgalopp der Pferdestärken der Marke Übersee.

Den enormen Schauwert amerikanischer Schlitten lernte Jörg Jankowski bereits als Dreikäsehoch zu schätzen: „Bei uns um die Ecke gab's eine US-Car-Werkstatt – da haben wir immer die coolsten Ford Mustangs gesehen”, erinnert er sich. „Ich weiß noch genau, wie ich als Sechsjähriger zu meinen Kumpels gesagt habe: Wenn ich groß bin, hol' ich mir auch so einen!” Der Mann, der in der Szene heute nur als „Dr. Mustang” bekannt ist, sollte Wort halten: Gerade den Führerschein in der Tasche, erwarb er als 18-Jähriger seinen ersten Ford mit dem galoppierenden Pferdchen im Kühlergrill.

Für den 44-Jährigen („Ich bin 1964 geboren – das Jahr in dem der erste Mustang vom Band lief!”) blieb es nicht bei der Liebhaberei: Als Betreiber einer US-Car-Werkstatt in Mülheim hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Daneben gibt Jankowski Ami-Fahrern über seine Homepage (http://www.dr-mustang.com/) Tipps und organisiert mit Gleichgesinnten einmal im Jahr ein großes US-Car-Treffen. Nach zwei Auflagen in Siegen findet es seit 2006 in Oberhausen statt. „Die Location am CentrO ist dank ihrer zentralen Lage für uns ideal – außerdem kommen hier viele Zuschauer, die eigentlich nur shoppen wollten”, so Jankowski. Gut 600 amerikanische „Chromjuwelen” werden auch am kommenden Wochenende wieder erwartet. Fahrer wie Schaulustige lockt dabei nicht nur das Fachgespräch, sondern auch ein Rahmenprogramm nach US-Manier – mit Cheerleadern und reichlich Rock'n'Roll.

Höhepunkt der Veranstaltung ist in jedem Jahr der große US-Car-Korso. Der Clou: Gegen eine Spende, die wie sämtliche Einnahmen dem Duisburger Zoo zugute kommt, dürfen sich auch Otto-Normalfahrer einmal in einem Ami-Klassiker chauffieren lassen.

Mit der Streckenwahl wollen Jankowski und seine Mitstreiter den teils auswärtigen Gästen zudem die Schönheiten des Ruhrgebiets näher bringen. Im letzten Jahr war das Tetraeder in Bottrop Zielpunkt. „Die Teilnehmer konnten bis hinauf auf die Halde fahren – ein einmaliges Bild, als hunderte US-Cars unter dem gigantischen Stahlgerüst parkten”, erinnert sich Dr. Mustang.

In diesem Jahr geht's zur Zeche Ewald nach Herten – womit das Industriedenkmal innerhalb von acht Tagen gleich zweimal Treffpunkt der US-Car-Szene wird. Eine Woche nach Dr. Mustangs Kurzbesuch trifft sich hier eine besondere Spezies der großen Amifahrer-Familie: Bei den „Mopar Nationals” stehen die Fahrzeuge des Herstellers Chrysler und seiner Untermarken Dodge, Imperial, DeSoto und Plymouth im Mittelpunkt. Und zwar exklusiv jene, die vor 1979 vom Band liefen: „Danach werden die Autos eher unschön – aber das ist natürlich Geschmackssache”, erklärt Oliver Zinn, Veranstalter des Mopar-Treffens.

Wie Jörg Jankowski betreibt auch Zinn eine US-Car-Werkstatt und hat sich ganz dem Ami-Kult verschrieben. Seine Leidenschaft gilt insbesondere den so genannten „Muscle Cars”, potenten PS-Protzen wie etwa dem Dodge Charger. Rund 300 Teilnehmer werden beim größten deutschen Mopar-Treffen erwartet, „die Muscle Cars sind dabei klar in der Mehrzahl”, so Oliver Zinn. Und die dürfen ihre Muskeln dann auch mal richtig spielen lassen – beim abendlichen Beschleunigungsrennnen auf dem Flugplatz Marl-Loemühle.

 
 

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