Abschied von einer Königin des Boulevards

Berlin..  Sie war die „Königin des Boulevard-Theaters“ und blickte auf eine jahrzehntelange Bühnenkarriere zurück: Im Alter von 86 Jahren ist die Schauspielerin Edith Hancke am Donnerstag in Berlin gestorben. Die „Berliner Schnauze“ mit der kratzigen, schrillen Stimme liebte das Publikum und den Applaus. „Ich brauche das!“ sagte sie einmal.

Ihre markante Stimme war eine Folge einer missglückten Mandel-Operation, der sich Hancke im Alter von acht Jahren unterziehen musste. An der Schauspielschule fiel die gebürtige Berlinerin damals „wegen Talentlosigkeit“ durch. Drei Wochen später bekam sie ihre erste Filmrolle – in Hauptmanns „Biberpelz“.

Sie spielte am Berliner Renaissance-Theater, am Deutschen Theater, am Schiller-, Schlosspark- und Hansa Theater – und zusammen mit ihrem Ehemann und Schauspielerkollegen Klaus Sonnenschein dann viele Jahre an der Tribüne. Daneben war sie in zahlreichen Fernsehfilmen zu sehen, von „Der Hauptmann von Köpenick“ (1956) mit Heinz Rühmann bis zur TV-Filmkomödie „Schaumküsse“ (2009) an der Seite von Christine Neubauer. Ihre Lieblingsrolle war die der Annie Wiesner in dem auch sozialkritischen Stück „Das Fenster zum Flur“ von Curth Flatow und Horst Pillau.

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