Dortmund

Irre Wende nach SEK-Einsatz in Dortmund - warum die „bärtigen Männer mit Waffen“ wirklich in der Stadt unterwegs waren

Einsatz der Spezial-Einsatzkräfte (SEK).
Einsatz der Spezial-Einsatzkräfte (SEK).
Foto: dpa
  • Am Mittwochabend gab es einen SEK-Einsatz in der Dortmunder Innenstadt
  • Passanten hatten die Polizei gerufen, weil sie bärtige Männer mit Gewehren gesehen hatten
  • Die Polizei sprach am Mittwoch von einem Rapvideo, das gedreht wurde
  • Nun ist klar: Es war alles ganz anders

Dortmund. Verängstigte Dortmunder rufen am Mittwochabend die Polizei - bewaffnete Männer mit Gewehren sind in der Stadt unterwegs, heißt es.

Die Polizei ist währenddessen mit dem Fußballspiel BVB gegen Monaco beschäftigt - und hat wegen des Anschlags auf den Mannschaftsbus ohnehin viele Kräfte in der Stadt.

Angezeigter Mann ist 25 Jahre alt

Deshalb wird sofort ein SEK-Team in die Innenstadt geschickt. Auf einem Video, das sich bei Facebook verbreitet, sind bärtige Männer zu sehen, denen die SEK-Beamten Kabelbinder anlegen. Einer von ihnen wird für das Tragen einer Waffe später eine Anzeige bekommen.

Der angezeigte Mann ist 25 Jahre alt, seine Herkunft unklar, er trägt allerdings einen indischen Namen. Sicher ist, dass neben ihm im Lamborghini eine junge Frau (21) saß.

Spritztour wurde für Hochzeitsvideo gedreht

In einem BMW, der den Lamborghini begleitete, saßen drei andere Männer, die die Spritztour des Sportwagens durch Dortmund filmten.

Erst teilte die Dortmunder Polizei mit, dass es sich bei den Aufnahmen um den Videodreh eines szenebekannten Rappers gehandelt habe. Doch jetzt ist klar:

Es war alles ganz anders.

Am Donnerstag korrigiert sich die Polizei nun. Die Aufnahmen wurden für eine indische Hochzeit gedreht.

Turbane und Bärte

Das klingt schlüssig. Denn in dem Einsatz-Video, das bei Facebook geteilt wurde, tragen die am Boden liegenden Männer bunte Turbane und lange Bärte.

Aus Kommentaren unter dem Video erfährt man außerdem, dass der orangefarbene Sportwagen immer vor dem Laden steht, vor dem der Einsatz stattgefunden hat. Der Besitzer des Autos soll demnach auch Besitzer des Großhandels Bullet Europe sein. Auch er trägt einen indischen Namen.

Saß also in dem orangefarbenen Lamborghini ein Bräutigam mit seiner Braut?

Die Polizei jedenfalls prüft jetzt, was der Einsatz gekostet hat. Inwieweit die Kosten des Einsatzes an die Verursacher weitergegeben werden, ist noch unklar.

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