Zur Loveparade sollen Namen genannt werden

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Der Container mit allen gesammelten Stofftieren vor dem Eingang des Tunnels fast sechs Monate nach der Tragödie. (Foto: WAZ FotoPool/ Marc Albers)
Der Container mit allen gesammelten Stofftieren vor dem Eingang des Tunnels fast sechs Monate nach der Tragödie. (Foto: WAZ FotoPool/ Marc Albers)
Foto: WAZ Foto Pool

Duisburg. Bei den Ermittlungen zur Duisburger Loveparade-Katastrophe sollen demnächst offenbar konkrete Namen von Beschuldigten genannt werden. Der Hilfsfonds für Hinterbliebene und Verletzte ist bereits fast ausgeschöpft.

Bei den Ermittlungen zur Duisburger Loveparade-Katastrophe sollen nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd demnächst offenbar konkrete Namen von Beschuldigten genannt werden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg wollte dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch weder bestätigen noch dementieren.

Im Zuge der Ermittlungen wurden bisher mehr als 1.500 Zeugen befragt. Die Aktenbestände der Ermittler füllen 24 Bände. Rund 500 Stunden Videomaterial wurden ausgewertet. An dem Fall arbeiten 80 Polizisten und vier Staatsanwälte.

Wahrscheinlich werden Mittel aufgestockt

Während noch ermittelt wird, ist der Hilfsfonds der NRW-Landesregierung für Hinterbliebene und Verletzte fast ausgeschöpft. Mehr als vier Monate nach dem Unglück seien über 90 Prozent der Mittel ausgezahlt, sagte der Ombudsmann für die Loveparade-Opfer, Ex-Staatssekretär Wolfgang Riotte, der Nachrichtenagentur dapd. Dennoch könnten weiterhin Anträge gestellt werden. Sollte der Hilfsfonds in Höhe von einer Million Euro aufgebraucht sein, sei es „sehr wahrscheinlich“, dass die Landesregierung die Mittel aufstocke.

Bislang erhielten 19 Familien der insgesamt 21 Todesopfer finanzielle Hilfen. In den anderen beiden Fällen stünden die Zahlungen noch aus, sagte Riotte. An mehr als 60 Verletzte wurden Hilfsleistungen gezahlt. Bis zu zehn Anträge befinden sich darüber hinaus noch in Bearbeitung.

Noch zehn Menschen in stationärer Behandlung

Riotte sagte, es sei „sehr richtig“ gewesen, für Opfer und Angehörige eine finanzielle Hilfe anzubieten. Dadurch seien unter anderem medizinische Behandlungen ermöglicht worden, die Krankenkassen nicht finanzieren wollten. „Der Hilfsfonds war eine Anerkennung der großen Betroffenheit“, sagte Riotte.