„Zu wenig Anerkennung für Pflege“

SPD-MdB Petra Crone mit Robert Kirchner-Quehl (Friedrich-Ebert-Stiftung).
SPD-MdB Petra Crone mit Robert Kirchner-Quehl (Friedrich-Ebert-Stiftung).
Foto: WR

Herscheid..  Anerkennung und Wertschätzung für ihren Beruf und eine leistungsgerechte Bezahlung. Das war eine der wesentlichen Forderungen bei einem Pflegeworkshop, zu dem die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler aus dem Märkischen Kreis in das Haus Nordhelle eingeladen hatte.

Austausch mit Betroffenen

„Ich habe Interesse an ihnen und sie ganz sicher an dem Thema,“ begrüßte Petra Crone die 60 Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler aus den Bereichen Alten- und Gesundheitspflege sowie deren Schulleiter. Als Mitglied des Bundestagsausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kümmere sie sich intensiv um die Themen Seniorenpolitik und Pflege. Dabei sei es ihr ein zentrales Anliegen, nicht nur mit Experten in Berlin zu reden, sondern sich auch mit Betroffenen auszutauschen, die täglich in der Pflege arbeiten würden, erläuterte Crone. Bei Gesetzesvorhaben wie etwa der Reform der Ausbildung in der Kranken- und Altenpflege sei es wichtig, die Betroffenen mitzunehmen.

Der demografische Wandel unserer Gesellschaft schreite weiter voran: „Der Bedarf an Pflege nimmt laufend zu und qualifiziertes Personal ist und wird Mangelware,“ sagte Crone. Insofern sei es für sie wichtig zu erfahren, was junge Menschen motiviert hat, den Pflegeberuf zu ergreifen. Und was verbessert werden könnte oder müsste, um noch mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen. Fakt sei, dass von den Menschen im Pflegeberuf viel erwartet werde: Fachwissen, Mitgefühl und Einfühlungsvermögen, natürlich auch ein hohes Maß an psychischer und physischer Belastbarkeit. „Vor diesem Hintergrund findet professionelle Pflege immer noch viel zu wenig Anerkennung,“ betonte die Bundestagsabgeordnete.

Selbstbewusst und motiviert

Das sei auch in dem Workshop deutlich geworden, wobei die meisten der Auszubildenden sehr selbstbewusst und motiviert gewesen seien: Eine fachlich fundierte Ausbildung zu absolvieren, sich anschließend weiterzubilden und zu spezialisieren oder gegebenenfalls ein Studium aufzunehmen, seien einige der wichtigen Aspekte gewesen, die als Grund für den Pflegeberuf genannt wurden. Und natürlich mit Menschen zu arbeiten und Menschen zu helfen. Einige der Pflegeschüler würden sich mehr Kontinuität in der Pflege wünschen, was eher in Seniorenzentren als in Krankenhäusern der Fall sei, weil in Krankenhäusern durch die Fallpauschalen die Verweildauer der Patienten zum Teil sehr kurz sei. Kritisch gesehen werde von den Pflegeschülern der Vorschlag der EU-Kommission, die Absolvierung von 12 Schuljahren für den Einstieg in die Pflegeausbildung vorzuschreiben.

 
 

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