Zivilcourage im Bus zeigen

Foto: Bodo Kürbs

Kamen.. Man sitzt im Bus, es ist dunkel, eine Gruppe Jugendlicher steigt zu. Die jungen Leute müssen nicht einmal pöbeln, es reicht, dass sie ein bisschen lauter sind. Schon beschleicht vor allem ältere Menschen ein ungutes Gefühl. „Es gibt dieses subjektive Unsicherheitsempfinden“, weiß VKU-Betriebsleiter Andreas Feld. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat sich die Gruppe Zivilcourage für Kamen auf Initiative von Seniorenberater Jörg Theis mit dem Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz in Verbindung gesetzt und die Aktion „Für mehr Zivilcourage“ ins Leben gerufen. Sie wendet sich aber nicht nur an ältere Menschen. Auch Kinder und Jugendliche bezieht sie ein.

Und so finden Fahrgäste in VKU-Bussen seit neuestem Aufkleber mit Ratschlägen, die auffordern sich einzumischen, gleichzeitig aber dazu dienen, sich bei einer möglichen Gewalttat nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Zeugen sollten sich an Prügeleien nicht beteiligen, sagt Volker Timmerhoff vom Kommissariat Vorbeugung, „Wenn jemand überhaupt etwas tut, macht er schon was Richtiges,“ Und so findet man auf den Aufklebern Hinweise wie „Ich fordere andere direkt zur Mithilfe auf“, „Ich beobachte genau und merke mir den Täter“ „Ich organisiere Hilfe“ oder „Ich kümmere mich um das Opfer“.

Und weil man üben kann, wie man Gefahrensituationen deeskalierend begegnet, haben Mitglieder der Bürgerinitiative Zivilcourage bereits ein zweitägiges Deeskalationstraining absolviert – angeleitet von Beamten vom Kommissariat Kriminalprävention. In Kürze sind auch Veranstaltungen in Kindergärten und Schulen geplant. Wobei es hier zwar auch um ein Deeskalationstraining ginge, so Theis. Doch wolle man den jungen Menschen vor allem mitteilen: „Ich weiß, hier hilft mir jemand.“ Überdies stellt sich die Zivilcourage eine Kooperation mit den Kamener Geschäftsleuten vor. So könnten künftig auch in Schaufenstern Aufkleber „Für mehr Zivilcourage“ werben.

Aber das ist erst der übernächste Schritt. Gestern Nachmittag zogen Mitglieder von Zivilcourage los und verteilten an Bushaltestellen am Alten Markt und am Koepeplatz kleine Scheckkarten, auf denen die Hinweise für „richtiges“ Verhalten im Falle einer Gewalttat abgedruckt sind.

 
 

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