Zeitreise ins Paris der 20er Jahre

Café Bestiaire; eine musikalisch-theatralische Soirée mit Werken von Francis Paulenc, Aufführung im Giebelsaal des Gaalenhofes.
Café Bestiaire; eine musikalisch-theatralische Soirée mit Werken von Francis Paulenc, Aufführung im Giebelsaal des Gaalenhofes.
Foto: Dietmar Wäsche

Kamen.. „Kapellmeister? Können Sie uns etwas spielen?“, fragt Andreas Gilles in der Rolle des Antoine Tropdeboulot vornehm, aber bestimmt. Wie aus dem Nichts tritt das achtköpfige Ensamble der Musikschul-Dozenten auf die Bühne im Giebelsaal und begeistert das Publikum mit einer musikalisch-theatralischen aus Werken des Komponisten Francis Poulenc.

Weiterer Auftritt in
Frankreich denkbar

Es war eine Reise in die Zeit von Spitzenhandschuhen, doppelten Cognacs und guter Kaffeehausmusik zu der die beiden Schauspieler Andreas Gilles und Jutta Malalaise die Gäste des Benefizkonzerts am Samstag mitnahmen. In den einzelnen Szenen philosophierten sie über große Künstler und noch größere Musiker. Immer wieder baten sie in vornehmer, französischer Manier um ein bisschen Musik. Unterhalten wurde das Duo mit wohlklingenden Harmonien und temperamentvollen Rhythmen aus der Feder Poulencs. Der Komponist ist bekannt für seine eleganten und gleichzeitig witzigen Arrangements, die die Lehrkräfte der Musikschule beeindruckend darboten. Neben melodischen Klängen von Streichern und Bläsern waren es vor allem Alexander Schröders Klavierspiel und die Stimme der Sopranistin Bettina Lecking, die die Zeitreise ins „Café Bestiaire“ der 1920er Jahre einzigartig machten.

Das dazugehörige Bühnenbild im kubistischen Stil war eine Gemeinschaftsarbeit von sechs Künstlern des Künstlerbundes „Schieferturm“. Wochenlang malten sie einzelne Elemente des Gesamtwerks während sie sich von der kunstgeschichtlichen Epoche inspirieren ließen. Ergebnis ihrer Arbeit war ein drei mal acht Meter und fünfzig großes Poster, das die Bühne des Giebelsaals am Samstag schmückte. Trotz der überwältigenden Maße des Gemeinschaftswerks bedachten die Künstler die Funktionalität. „Sollte das Ensemble auf Tournee gehen, kann unser Poster eingerollt mitgenommen werden“, sagt die erste Vorsitzende des Künstlerbundes, Petra Eckhardt. Diese Idee hält auch Eberhard Lux, Vorsitzender des Fördervereins der Musikschule, für sehr weise. Er könne sich gut vorstellen nach dem großen Erfolg der Uraufführung ein weiteres Mal mit diesem Konzert aufzutreten. Vielleicht sogar bei einem nächsten Austauschbesuch in der Partnerstadt Montreuil-Juigné.

Weitere Investition in
Höhe von 10 000 Euro

Vorher aber freuten sich die Musiker über das rege Interesse am Benefizkonzert, nicht zuletzt wegen dem zu unterstützendem Projekt „Erlebnis Musik mit Instrument“. Vor zwei Jahren rief der Förderverein das Vorhaben ins Leben. Mit 15 Instrumenten starteten die Dozenten der Musikschule ihren Unterricht an Kamener Grundschulen. In diesem Jahr folgten weitere Investitionen in Höhe von 10.000 Euro. Auch das Benefizkonzert am Wochenende soll zu einem weiterführen des Projekts beitragen. „Denn Musik ist Leben“, sagt Eberhard Lux. Der Unterricht fördere die Motorik, das soziale Verhalten und die Merkfähigkeit von Kindern. Nicht nur ihm sei es ein großes persönliches Anliegen Kamens jungen Talenten die Tonkunst näher zu bringen.

 
 

EURE FAVORITEN