Zählgerät auf freier Strecke kommt Ende September

Maria Raudzsus
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Rees. Die Städte wollen in Sache Betuwe-Linie verlässliche Zahlen, die sie seitens der Bahn AG vermissen. Im Bauausschuss wurde die Stellungnahme der Stadt Rees zur Umweltverträglichkeitsstudie diskutiert.

Peter Friedmann, SPD-Fraktionschef, fand einige Ansätze überzogen. „Man kann bei der Betuwe doch nicht von einer Gefahrgutstrecke reden. Zudem möge die Bahn AG langfristig zwar eine Geschwindigkeit von 200 km/h anstreben. „Dies ist aber keineswegs Gegenstand der derzeitigen Planfeststellung“, sagte der Halderner und bezog sich damit auf die Stellungnahme der Stadt Rees zur Umweltverträglichkeitsstudie. Diese wurde im Bauausschuss diskutiert.

Das sahen andere Politiker ganz anders. „Ich möchte hiermit ausdrücklich der Verwaltung für die akribische Arbeit danken, die ich bereits jetzt als fachlich hochrangig im Ergebnis ansehe“, hob der Grüne-Fraktionsvorsitzende Helmut Wesser an. Die Stellungnahme zeige, dass die Einbringungen der Bahn AG erhebliche Mängel aufwiesen. „Ob das ein erneutes Verfahren nach sich ziehen kann, lasse ich mal dahin gestellt“, fuhr Wesser fort. Am Gefahrgutbetrieb gebe es nichts zu beschönigen. „Wir brauchen überzeugende und taugliche Lösungen.“

Daten für die Prognosen seien völlig haltlos

Die Kritik von Friedmann mochte auch Bürgermeister Christoph Gerwers so nicht stehen lassen. „Die Erfahrungen, die wir mit der Bahn gemacht haben, zeigen, dass man ihnen in vielen Punkten nicht glauben kann“, so Gerwers. Beispielsweise seien die Daten für die Prognosen völlig haltlos. „Wenn man schon bei den zugrunde liegenden Daten jongliert, sie mal aus 2003, mal aus 2006 stammen, können die Prognosedaten doch erst recht nicht stimmen.“ Es gelte, lieber etwas zu viel bemängeln als zu wenig. „Später können wir nichts mehr einfordern“, mahnte er. Ähnlich habe auch die von der Stadt Rees mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragte Rechtsanwaltkanzlei Lenz und Johlen reagiert. „Sie hat sich sehr positiv über die detaillierte Stellungnahme geäußert“, so Bauamtsleiterin Elke Strede. Klaus Syberg (CDU) vermisste den Zusatz, dass man auf jeden Fall auf dem dritten Gleis bestehe.

Die Unterlagen für die Planfestellung liegen derzeit bei der Bezirksregierung. Offiziell wird die Planfestellung aber erst, wenn die Düsseldorfer Behörde die Unterlagen an die Stadt Rees weitergibt. Die Behörde hat der Stadt gegenüber jüngt eine grobe Zeitplanung vorgeben. Demnach werden die Planunterlagen voraussichtlich erst nach den Herbstferien öffentlich ausgelegt. Dann können auch Bürger ihre Einwendungen geltend machen. Am Ende gab es ein einstimmiges Votum für die Stellungnahme - bei zwei Enthaltungen

Um sich Klarheit über die Anzahl der Züge, ihre Länge und deren Geschwindigkeit zu verschaffen, haben sich die Städte Emmerich, Rees und Hamminkeln zusammengeschlossen. Ende September soll im Raum Hamminkeln ein Zählgerät an freier Strecke aufgestellt werden.