Windrad versorgt 400 Haushalte im Stadtgebiet

Gute Aussichten für Windenergie: Dirk Darenberg sitzt auf der Spitze seines Windrades. Foto: Klaus Hartmann
Gute Aussichten für Windenergie: Dirk Darenberg sitzt auf der Spitze seines Windrades. Foto: Klaus Hartmann
Foto: WR, Klaus Hartmann

Kamen.. Der Wind peitscht an diesem Morgen durch die Straßen. Lässt marode Regenschirme umknicken. Treibt Passanten, bei dem Versuch sich vor den kräftigen Windböen zu schützen, in den Wahnsinn. Es ist ein guter Morgen. Für Dirk Darenberg, dem Besitzer des einzigen Windrades in Kamen.

18 Umdrehungen schaffen die 47 Meter langen Rotorblätter maximal in der Minute. Jede Umdrehung bedeutet mehr gewonnener Strom. Und jede gewonnene Kilowattstunde bares Geld. „Bis zu 800 000 Kilowattstunden speisen wir pro Jahr ins Stromnetz ein. Aber nur in einem windreichen Jahr“, sagt Darenberg, der damit 400 Haushalte im Stadtgebiet versorgt. 2010 war jedoch kein gutes Jahr. Kein Wind, kein Strom, kein Ertrag. Es langte nur zu etwa zwei Drittel der technisch möglichen Ausbeute.

Sei es drum: Ein lukratives Geschäft ist es allemal. Pro Kilowattstunde erhält der Landwirt 9,1 Cent. „Es rentiert sich. Wenn eine Freifläche hätte, würde ich noch ein Windrad bauen“, sagt Darenberg. Dann aber ein leistungsstärkeres

Schattenwurf sorgte zu Beginn für Ärger

Die Entwicklung von Windrädern hat heute nämlich eine andere Sphäre erreicht. „Mein Windrad war im Jahr 1996 das modernste, das auf dem Markt war und schafft 600 kWS pro Stunde. Heute leisten die das Zehnfache.“ Es gebe zwar die Möglichkeit, die alten Windräder aufzurüsten – doch darüber denke er derzeit nicht nach.

Die anfänglichen Widerstände seitens der Anwohner haben sich mittlerweile gelegt. „Es ist ja in Deutschland oft so: Es wird Ökoenergie oder neue Arbeitsplätze gefordert, aber bitte nicht vor der eigenen Haustür“, sagt Darenberg. Das Problem sei weniger die Geräuschkulisse – die Anlage befindet sich schließlich direkt neben der Autobahn A2 – als vielmehr der Schattenwurf der Rotorblätter gewesen. Und das trotz einer vorgeschriebenen Entfernung von 600 Metern zum nächst gelegenen Wohnhaus. Mittlerweile ist das Windrad ein Lichtkunstwerk, das ab der Dämmerung in mystischem Blau erstrahlt.

„Mich stört das Windrad gar nicht. Ganz im Gegenteil: Wenn man abends auf dem Balkon sitzt und auf das angestrahlte Windrad schaut, ist das ein tolle Atmosphäre“, sagt Anwohner Christian Hietkamp. In dieselbe Kerbe schlägt Jutta Aschhoff: „Wir haben damals kein Veto eingelegt und fühlen uns in diesen Tagen in unserer Meinung bestärkt.“ Fakt ist: Dirk Darenberg profitiert von der Windkraft. Nützen tut es aber allen.

 
 

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