Werner Sinnwell rückt in Autoren-Elite vor

Schuttblumen, das neueste Buch von Werner Sinnwell, ist bei der Ruhr.2010 als Buchtipp veröffentlicht.
Schuttblumen, das neueste Buch von Werner Sinnwell, ist bei der Ruhr.2010 als Buchtipp veröffentlicht.
Foto: WR

Halver.. Es ist eine Art Ritterschlag, den der heimische Autor Werner Sinnwell jetzt erfahren hat: Sein aktuelles Buch „Schuttblumen“ wurde von der Redaktion der Aktion Kulturhauptstadt Ruhr.2010 als sehr lesenswert eingestuft und mit einer Leseempfehlung auf deren Internetseite geehrt.

Sinnwell war überrascht und natürlich hoch erfreut, als er von dieser Empfehlung erfuhr, hatte er doch selbst nichts unternommen, um in diese Liste aufgenommen zu werden. Sein Verlag Pomaska Brand, so erzählt er, „hat Rezensionsexemplare verschickt“. Eines davon landete auf dem richtigen Tisch. „Ich wurde angerufen und informiert, dass man mein Buch empfehlen möchte.“

Natürlich hat sich Sinnwell daraufhin sofort die Seite im Netz angesehen und festgestellt, mit welchen Größen er nun in einer Reihe steht: „Auf der Liste stehen Titel wie ,Milch und Kohle’ von Ralf Rothmann, Biografien des Komponisten Hans Werner Henze und sogar des Bond-Darstellers Sean Connery, die Kurzkrimis ,Mordsschnellweg’ oder der Ruhrgebietsroman ,Kiosk kaputt’ des Literaturpreisträgers Ruhr 2008, Werner Streletz.“ Eine durchaus honorige Reihe, deren Mitglieder durch Ruhr.2010 jetzt erstmals oder wieder zu Ehren kommen.

Gebürtiger Dortmunder

Als gebürtiger Dortmunder ist Sinnwell natürlich selbst auch Ruhrgebietskind, noch heute hängt sein Herz an der Region, immer wieder zieht sie ihn an. „Mit dem Fahrrad bin ich dort oft unterwegs“, betont er, „natürlich auch letztens auf der A40, als dort die große Stillleben-Aktion stattgefunden hat.“ Ausstellungsbesuche, beispielsweise in der Zeche Zollverein, sind Pflichtprogramm, ebenso verfolgt er alles rund um das „U“, das Dortmunder Wahrzeichen auf dem großen Gebäude der ehemaligen Union-Brauerei.

In diese Szenerie passen Sinnwells „Schuttblumen“ perfekt, das fand auch die Ruhr.2010-Redaktion schnell heraus. Die Erinnerungen der Nachkriegszeit, die der Halveraner in einfühlsamen und anrührenden Worten so erzählt, dass Zeitzeugen vergessene Details ihrer Kindheit wieder vor Augen haben, sind die beste Liebeserklärung für die Region. Auch wenn die Zeiten schwierig waren, so gibt es immer wieder Anklänge von Glück und Geborgenheit.

Wo Werner Sinnwell bislang aus seinem Buch gelesen hat, schlug ihm und seinem Werk Sympathie entgegen. Er wird verstanden, auch im Sauerland, was im Ruhrgebiet beinahe Verwunderung hervorruft. „Es scheint keine große Trennung zwischen Ruhrgebiet und Sauerland zu geben, was Erlebnisse und Erinnerungen in Bezug auf die Zeit nach 1945 angeht“, stellt Sinnwell fest. Und so kann er, der seit 1963 in Halver lebt, auch beides zugleich sein: Sauerländer und Ruhrgebietskind. Erlebnisse und Erinnerungen verbinden.

 
 

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