Werdohl: Historisches und Häppchen am Lenneufer

RND Serie für Kreisseite " Meine Stadt aus der Sicht eines/r Anderen " - Werdohl, Bild und Montage Büdenbender
RND Serie für Kreisseite " Meine Stadt aus der Sicht eines/r Anderen " - Werdohl, Bild und Montage Büdenbender
Foto: WR

Werdohl. Um nach Werdohl zu gelangen, müssen Besucher eigentlich nicht viel tun. Von der A 45 dem Straßenverlauf folgen, auskuppeln und warten, bis das Ortseingangsschild vorbeikommt. Danach wird es ungleich komplizierter.

Das Städtchen strotzt zwar vor Hinweisschildern, doch wo das Rathaus zu finden ist, erschließt sich Fußgängern nicht auf den ersten Blick. Die VHS, das Lenneufer, die Fußgängerzone – sogar die WC-Anlage sind auf den weißen Wegweisern vermerkt. Aber das Rathaus?

Nach einigem hin und her ist das Rathaus dann doch gefunden. Nett an dem gegenüberliegenden Parkplatz ist nicht nur das gepflegte Lenneufer, sondern auch der Hinweis, dass dieser Parkplatz für Wohnmobile geeignet ist.

Im Rathaus selbst zeigt sich Werdohl von seiner hilfsbereiten Seite. Michaela Foerstermann, Mitarbeiterin der Abteilung Kultur, versorgt Ortsfremde (Neubürger und Gäste) gern und reichlich mit Broschüren. Wandern, Kultur, Geschichte und Licht: Zu sämtlichen Interessensfeldern gibt es das passende Infomaterial.

Kulturell auf dem Laufenden brauchen viele Touristen erst einmal etwas in den Magen. Tipps dafür gibt’s von Fachmann David Vietor, denn niemand kennt eine Stadt so gut wie Taxifahrer. Für einen gepflegten Mittagstisch empfiehlt Vietor das „Vier Jahreszeiten“, für das Pils am Abend oder das Brötchen am Morgen, die Gastwirtschaft „Zum Spiegel“.

Ziele für den Ausflug mit Kindern seien die Minigolfbahn, der Reiterhof Nölle und der Ferienhof Reppke. Für Sportliche die Mountainbike und Fahrradwege.

Um diese ganzen Informationen zu verarbeiten, muss erst einmal ein Brötchen her. Mit Blick auf den Busenhof (und eine etwas verwirrende Baby-Skulptur mit Irokesen-Frisur) lässt es sich im „Zum Spiegel“ zwischen Geranien, Steinkraut und Rosen aushalten. Insgesamt ist die Stadt mit Sitzplätzen im Außenbereich reichlich gesegnet. Fast eben so zahlreich, wie mit Blumenkübeln. Es scheint kein Fleckchen zu geben, das den Einwohnern unwert erscheint, dort einen bepflanzten Topf aufzustellen. Vielleicht gilt man ja erst dann als echter Werdohler, wenn irgendwo am Eigenheim Geranien blühen? Wie dem auch sei – hübsch sieht es allemal aus.

Frisch gestärkt soll der Rundgang durch die Stadt folgen: „Die Christuskirche“ so Michaela Foerstermann „ist ein guter Startpunkt. Leider ist das Gotteshaus verschlossen. Dann eben ein Bummel durchs Städtchen.

Etwas überraschend: viele Geschäfte machen Mittagspause. „Einige schließen in der Ferienzeit auch ganz am Mittwochnachmittag“ weiß Zentralistin Annegret Schnabel. Die Bummelmeile ist eine handelsübliche Mischung aus Ketten und inhabergeführten Geschäften, Leerstände offenbaren sich auf den ersten Blick nicht über Gebühr.

Was auffällt, ist die hohe Dichte an Dönerbuden in der Neustadt-Straße. Ebenso, wie die vielen Hinweistafeln des Geschichtspfads, die ganz nebenbei historische Häppchen beim Bummeln servieren. Etwas detaillierter können Besucher im Stadtmuseum in die Historie eintauchen. Leider immer nur sonntags von 10 bis 12.30 Uhr (und nach Vereinbarung).

 
 

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