Wenn Musik in Flaschen steckt

Einfach Klasse: Das GlasBlasSing Quintett aus Berlin im PZ Löh.
Einfach Klasse: Das GlasBlasSing Quintett aus Berlin im PZ Löh.
Foto: Rita Jonuleit

Schalksmühle..  Witzig, spritzig, unterhaltsam, vielseitig – eben einfach Klasse – das GlasBlasSing Quintett aus Berlin. Am Freitag Abend gaben die fünf charmanten Jungs im bunten Hemd im Pädagogischen Zentrum (PZ) Löh „Keine Macht den Dosen“.

Die Truppe tourt durch deutsche Landen, auch durch Nachbarländer und schaffte es im TV schon bis in eine „Wetten, dass“ des ZDF.

Daumenplopps und
Begeisterungsrufe

„Vorsicht mit den Instrumenten“, lautet die Bitte von der Bühne des PZ herab, wenn am Freitag im Saal eine Flasche klirrte. Ideenreich macht das Quintett aus Glas - aber auch aus Pet-Flaschen etwas, mit dem sich musizieren lässt. Dazu gibt es blödelnde bis philosophische Wortspielereien und schauspielerischen Einlagen – umwerfend komisch.

Ihr pfiffigen Eigenkompositionen mit Unterhaltungscharakter kamen an, rissen mit. Schon beim dritten Act nahm das begeisterte Publikum mit Klatschen den Rhythmus auf. Mit Tempo und dem Spiel mit den Sprachen – so Elvis Songs in Russisch gesungen mit rosa Sonnenbrille von Jens „Peter“ Tangermann oder auch einer Bayrischen Einlage auf dem Einbein sitzend „eins, zwei, g´suffa“ – das Programm ist keine Sekunde langweilig.

Interpretationen von bekannten Klassikern, darunter Mozarts „Türkischer Marsch“, musiziert per Daumenplopp in Flaschenhälsen und Spindlers „Husarenritt“, geblasen auf den Piccolo-„Pan“-Flöten in Form von kleinen Schnapsfläschchen, rissen die Zuschauer zu Beifallsstürmen und Begeisterungsrufen hin. „Man muss nur tief genug in die Flasche geguckt haben, denn da ist Musik drin“, so ihre Überzeugung. Hip-Hop, Neue Deutsche-Welle, - „My Heart beats in a water-drum“, - trifft es auf den Punkt. Galant, wendig, mit echtem Spaß untereinander: „Good vibrations“ versprühte das Quintett reichlich.

Pause bis zum
nächsten Jahr wird lang

Alles rund um die Flasche wird von diesen Musikussen rhythmisch eingesetzt: halbe Bierkästen, Flaschendeckel als Kastagnetten oder auch Reiskörner in PET-Hülle, alles passt. David „Möhre“ Möhring, das absolute Multitalent der Truppe, schlägt mit dem Fuß die „Drum“, mit dem Kopf-Massage-Stäbchen den richtigen Takt auf PET und bläst dabei fröhlich auf drei Flaschen die Melodie.

Jan „Fritze“ Lubert, der freche Fuchs, hüpft und wechselt die Rollen, was das Zeug hält. Frank Wegner singt und spielt die „Flaschen-Tuba, bis er hyperventiliert. Andreas „Endie“ Lubert steht als charmanter Sonnyboy für die Moderation, tut sich aber auch mit der Bonsai-Gitarre hervor.

Bei der Zugabe steigerten die Fünf ihre Darbietung noch. Die Instrumente jonglierend, trafen sie im Wechsel noch den richtigen Ton.

Die Schalksmühler Kulturabonnenten wurden mit bester Unterhaltung erneut verwöhnt. Nach der Vorstellung von Jürgen Becker eine Formation von ebenso unterhaltsamen Kaliber.

„Da wird die Pause bis zum nächsten Jahr lang“, mag sich manch Gast im PZ gedacht haben.

 
 

EURE FAVORITEN