Wenn der Job krank macht

Essen.. Angst um den Arbeitsplatz, Mehrarbeit durch Einsparungen - das sorgt für Druck. Der Job wird immer öfter zum Krankheitsrisiko. Ungefährlich ist das nicht, denn dauerhafter Stress führt zu schwerwiegenden Krankheiten. Wie kann man das vermeiden?

Dem BKK-Gesundheitsreport zufolge stehen psychische Krankheiten wie Burnout oder Depressionen heute noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Platz vier der häufigsten Leiden. Auslöser ist immer häufiger der Job.

Neue Arbeitsbelastung löst Stress aus

Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, Infektanfälligkeit, Magenschmerzen und Übelkeit. Ursache dafür kann auch eine zu hohe Stressbelastung sein. „In den letzten 50 Jahren hat sich die Arbeitsbelastung stark verschoben“, sagt Dörthe Huth, psychologische Beraterin aus Gelsenkirchen. Statt körperlicher, entsteht im Job heute meist eine psychische Belastung. Die Ursachen liegen auf der Hand: Termindruck, Mehrarbeit und das Gefühl, die Arbeit nicht mehr bewältigen zu können.

„Aber auch Angst um den Job und vor Arbeitslosigkeit werden immer häufiger zum Problem“, sagt Huth. „Oft führt das dazu, dass man trotz Krankheit nicht zu Hause bleibt.“ Präsentismus nennen es Psychologen, wenn sich Menschen dauerhaft für ihren Job überanstrengen. „Meist sind sehr pflichtbewusste Menschen betroffen für die Arbeit im Vordergrund steht“, sagt Huth. Und das sei gefährlich, denn der Körper kann auch auf Dauer überlastet werden.

Außerdem könne eine nicht auskurierte Erkrankung verschleppt werden, womit sich der Heilungsprozess erheblich verlängert.

Stress wird unterschiedlich empfunden

Stress wird unterschiedlich wahrgenommen: „Was den einen stresst, muss den anderen nicht stören“, sagt Huth. Ob Stress empfunden wird, hängt allgemein von inneren und äußeren Faktoren ab. „Wie man eine Situation sieht, wie man sie interpretiert und bewertet – das sind innere, persönliche Faktoren.“ Äußere wie etwa Schichtdienst kann der Betroffene dagegen meist nicht beeinflussen.

Überforderung und Unterforderung

„Wichtig ist, dass man am Arbeitsplatz eine Aufgabe hat, die den Fähigkeiten angemessen ist“, sagt Huth. Eine dauerhafte Überforderung könne zu Stress und zum so genannten Burnout-Syndrom führen. Die hohe Belastung führe dazu, dass der Betroffene ausgebrannt und erschöpft ist. Die Erkrankung ist in vielen Fällen schwierig zu diagnostizieren, weil sie sich aus vielen Symptomen zusammensetzt.

Dazu gehören:

• Reizbarkeit

• sinkendes Selbstvertrauen

• wenig Arbeitszufriedenheit

• Schlafstörungen

• Erschöpfung

• Stressanfälligkeit

• depressive Verstimmungen wie Freudlosigkeit und Interessenverlust

Wird der Burnout nicht behandelt, kann es auch zu körperlichen Schäden kommen wie:

• Schwindel

• Herzrasen

• Zittern

• Muskelverspannungen

• Rücken- und Kopfschmerzen

„Da sich hinter diesen Beschwerden auch ernsthafte organische Erkrankungen verbergen können, sollte jeder mit diesen Symptomen zuerst zum Arzt gehen“, sagt Huth. „Wenn keine Ursachen gefunden werden, kann ein Psychologe oder Psychotherapeut helfen.“

Dabei kann auch zu wenig Arbeit und eine kontinuierliche Unterforderung krank machen. Das so genannte Boreout-Syndrom ist gekennzeichnet durch Langeweile, Lustlosigkeit und Desinteresse. „Auch das kann zu Stress und innerem Druck führen“, sagt Huth. „Und kann ebenso schlimm für den Betroffenen wie eine Überforderung.“

Nach Lösungen suchen

Der erste Schritt zur Lösung des Problem ist das Erkennen. „Nur wer sich einer falschen Arbeitsbelastung, Stress oder Unzufriedenheit bewusst ist, kann etwas ändern“, sagt Huth. Oft helfe schon reden. „Denn viele Probleme mit Kollegen sind durch fehlende Kommunikation verursacht.“

„Die wenigsten Menschen können, wenn sie im Job unzufrieden sind, kündigen“, sagt die Expertin. „Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten, Stress und Druck abzubauen.“ So gibt es verschiedene Entspannungsübungen wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung. „Was hilft, ist bei jedem verschieden“, sagt Huth. „Auch laufen und tanzen kann entspannen.“

 
 

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