Weihnachtsgrüße können WhatsApp-Sperre zur Folge haben

Vor Weihnachten sorgt WhatsApp mit einer Neuerung für Aufsehen.
Vor Weihnachten sorgt WhatsApp mit einer Neuerung für Aufsehen.
Foto: imago/Rüdiger Wölk
Weihnachtsgrüße per WhatsApp verschicken? Eigentlich kein Problem. Doch das Unternehmen droht Usern mit Sperre, die zu oft den gleichen Text senden.

Essen. Gerade zu Weihnachten und Neujahr verschicken viele Menschen viele Nachrichten in kurzer Zeit. Wer das mit dem Messenger WhatsApp tut, läuft Gefahr, blockiert zu werden.

Wie die Internationale Koordinationsstelle zur Aufklärung von Internetmissbrauch (mimikama) herausfand, analysiert WhatsApp neuerdings Texte und überprüft sie auf ihre Inhalte. Stellt sich dabei heraus, dass es sich um die Verbreitung eines Kettenbriefes handelt, kann der Nutzer vorübergehend vom Kurznachrichtendienst ausgeschlossen werden.

Weihnachtsgrüße können als Spam interpretiert werden

Ähnlich verhält es sich bei der mehrmaligen Versendung des gleichen Textes an verschiedene Kontakte. Bei mimikama heißt es: "Daher ist auch Vorsicht beim Versenden von Weihnachts- und Silvestergrüßen angebracht, denn unter Umständen kann der mehrfache Versand von ein und derselben Nachricht als Spamversand interpretiert werden."

Konkrete Informationen darüber, bei wie vielen gleichen Nachrichten die Sperre greift und wann die Inhaltsanalyse aktiv wird, nannte WhatsApp gegenüber mimikama nicht. Auch wie lange ein Nutzer gesperrt werden könnte, verrät der Kurznachrichtendienst nicht. Dafür stellt das Unternehmen eine Liste mit Regeln auf, an die sich User halten sollten, um nicht verbannt zu werden.

Sechs Regeln, die User nicht brechen sollten

  1. Das Versenden von Werbung oder unerwünschten kommerziellen Nachrichten
  2. Versenden von Spam oder unerwünschten Nachrichten
  3. Das Veröffentlichen von ungesetzlichen, obszönen, bedrohlichen, belästigenden, hasserfüllten, rassistischen oder ethnisch beleidigenden Nachrichten (in Status, Profilbildern oder Nachrichten)
  4. Die Verärgerung anderer Nutzer
  5. Bei all den Punkten ein Wiederholungstäter sein
  6. Die Nutzung eines automatisierten Systems oder einer unautorisierten / inoffiziellen App, um Nachrichten über das WhatsApp-Netzwerk zu versenden

Besonders kritisch sieht mimikama den vierten Punkt. Gerade die Frage, woran WhatsApp eine Verärgerung eines Nutzers festmachen wolle, sorgt die Internetaktivisten. "Dann wäre hier Tür und Tor für ein willkürliches Blockieren ungeliebter Personen offen, bei dem man diesen Personen sogar direkt Schaden zufügen könnte."

Auch in Gruppen droht Gefahr

Wer auf die Weihnachts- und Neujahrsgrüße per WhatsApp nicht verzichten möchte, sollte seine Nachrichten über die "Broadcast"-Funktion versenden. Denn auch in Gruppen lauert eine Gefahr: Wer dort mit vielen Menschen kommuniziert, die nicht im eigenen Kontaktbuch stehen, kann ebenfalls blockiert werden. (ml)