Wegfall der Studiengebühr kostet NRW-Hochschulen Millionen

 Wilfried Goebels
Der Campus der Universität Essen. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Der Campus der Universität Essen. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen beklagen durch den Wegfall der Studiengebühren ein Millionenloch. Allein im im Studienjahr 2011/2012 fehlen demnach mehr als 32 Millionen Euro Einnahmen.

Düsseldorf. Die NRW-Hochschulen verlieren durch den Wegfall der Studiengebühren im Studienjahr 2011/2012 mehr als 32 Millionen Euro Einnahmen. Zwar zahlt das Land Ausgleichsgelder in Höhe von 243 Millionen Euro. Beim Festhalten an Studiengebühren hätten die Hochschulen aber 275 Millionen Euro eingenommen.

Der CDU-Hochschulexperte Michael Brinkmeier kritisierte die mangelnde Kompensation der ausgefallenen Studienbeiträge. Vom Wintersemester 2009/10 bis zum Wintersemester 2011/12 ist die Studierendenzahl in NRW von 454 000 auf 529 000 gestiegen. Durch die Studentenwelle habe sich die erwartete Finanzierungslücke von 20 Millionen Euro auf über 30 Millionen Euro erhöht.

Hohe Ausfälle melden unter anderen die RWTH Aachen. Mit 35 692 Studenten erhält die Uni 17,7 Millionen Euro Ausgleichsmittel des Landes. Die Studiengebühren hätten allerdings 23,6 Millionen Euro erbracht – das ist eine Einbuße um 24,9 Prozent.

  • An der Uni Bonn (28 579 Studenten) fehlen 4,2 Millionen Euro – ein Minus von 23,1%.
  • An der Köln (44 656 Studenten) klafft eine Lücke von 6,3 Millionen Euro – 22,2%.
  • Uni Bochum (36 148 Studenten): Minus 3,5 Mio Euro – 15,9 %.
  • Uni Münster (38 272 Studenten): Plus 5,4 Millionen Euro – 40% plus. Während die meisten anderen Hochschulen 500 Euro Studiengebühr pro Semester kassierten, lag der Satz in Münster nur bei 275 Euro. Deshalb ist Münster eine der wenigen Hochschulen, die von der Kompensation profitieren.
  • Uni Dortmund: (26 893 Studenten): Minus 1,3 Millionen Euro – 8,6 %.
  • Uni Siegen: (15 739 Studenten): Minus 1,07 Millionen Euro – 11,2 %.
  • Fachhochschule Aachen: (10 124 Studenten): Minus 1,2 Millionen Euro - 17,9 Prozent Einbußen.
  • Universität Duisburg-Essen: (35 500 Studenten): Minus 2,4 Millionen Euro - 11, 0 Prozent weniger.

Der CDU-Politiker Brinkmeier beruft sich auf Angaben der Hochschulen über die tatsächlichen Studierendenzahlen.

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