WDR-Moderator Uwe Schulz – ein Bergkamener auf Sendung im Radio

Attendorn, Aktion WDR 2 für eine Stadt, Moderator Uwe Schulz Foto: Gerd Lorenzen
Attendorn, Aktion WDR 2 für eine Stadt, Moderator Uwe Schulz Foto: Gerd Lorenzen
Foto: WP

Bergkamen. Bei der Schülerzeitung „Zentrifuge“ am Gymnasium Bergkamen entdeckte Uwe Schulz seine Leidenschaft für den Journalismus. Heute ist der Bergkamener Junge Moderator bei WDR2 – und fühlt sich beim Radio sichtlich wohl.

Er tut das, was er eigentlich nie tun wollte und erzielt sogar noch treffliche Erfolge damit: Uwe Schulz, der Radiomoderator beim WDR, hat seine Schulzeit in Bergkamen verbracht und dort auch den Grundstein für seine journalistische Karriere gelegt. Als Redaktionsmitglied der Schülerzeitung „Zentrifuge“ des Städtischen Gymnasiums fing alles an.

Irgendwann stellte er dann fest, dass das, was er da schreibt, auch anderen Spaß macht und gefällt. Nur zum Radio, das wollte er nie. Das Entscheidende war, dass sein Weg in den Journalismus ihn über das Studium führen sollte.

1Live, WDR Fernsehen, WDR 2, WM-Redaktion...

Voraussetzung war für ihn selbst der Sprung über den Numerus Clausus: „Ich habe mir damals gesagt, wenn ich den schaffe, tu ich’s.“ Und wie er ihn geschafft hat: Uwe Schulz erzielte mit einem Notendurchschnitt von 1,2 einen Traumabschluss und begann mit dem Studium. Richtig studiert habe er aber erst im Hauptstudium, vorher habe ihm die freie Zeiteinteilung Probleme bereitet.

Dann ging’s Schlag auf Schlag, zunächst klassisch mit einem Volontariat bei einer Tageszeitung, dann gab es das Angebot einer privaten Rundfunkanstalt und Uwe Schulz als Moderator beim Hörfunk. Seit 1993 ist er Moderator von Hörfunksendungen, hat für Eins Live, das WDR Fernsehen, WDR 2 und in der WM-Redaktion 2006 des ARD Hörfunk gearbeitet, zwischendurch war er stellvertretender Studioleiter in Bielefeld und übernahm eine Korrespondentenvertretung im ARD Studio London.

Der 44-jährige Diplomjournalist ist kein Typ für Small-Talk, Uwe Schulz bevorzugt intensive Gespräche. Das darf dann gerne etwas mehr sein, mit Menschen jeglicher Couleur. Aber intensiv muss es sein.

Schulz, dessen größtes Hobby seine Ehefrau ist (die hat kurioserweise zwei Jahrzehnte fast direkt neben seinem Elternhaus in Bergkamen gewohnt und dennoch sind sich die beiden damals nie über den Weg gelaufen), ist bekennender Shopping-Mann, der auch gerne durch die Kerzenabteilung bei Ikea schlendert. Hat er Zeit, macht er gerne alles zwischen „gammeln und Lieblingsfilme gucken“, steigt aufs Mountainbike oder liest – am liebsten sachorientierte Bücher. Er ist außerdem „ein Kind lutherischer Prägung und ein Fan von Dietrich Bonhoeffer.“

Coach für Hörfunk- und Fernsehmoderatoren

Neben seiner Tätigkeit als Moderator ist Uwe Schulz seit 1998 Coach für Hörfunk- und Fernsehmoderatoren und stößt dabei dann auch mal an seine Grenzen: „Ich bekomme schwitzige Hände, wenn ich auf englisch zwei Jungs, die wirklich täglich Millionen-Deals abschließen, berate“, sagt er. Wem er mal gerne noch die Hand geben würde? Das habe er sich noch nie überlegt, aber wenn, dann hätte er dies gerne bei seinem großen Vorbild Dietrich Bonhoeffer getan. „Allerdings wäre ich dann wohl sehr kleinlaut gewesen.“ Für den Fall, dass er jemals auf der berühmten einsamen Insel strandet, wird er auch dorthin nur jede Menge Sonnenschutz und seine Frau mitnehmen: Sonnenschutz, weil er die Sonne zwar mag, aber nicht verträgt, und seine Frau, weil „sie mein liebster Mensch ist.“ Das hindert aber seine weiblichen Fans unter den WDR 2-Hörern nicht daran, per Facebook zu verkünden, dass sie gerne mit Uwe Schulz aufstehen.

Seit 1985 ist er nicht mehr in Bergkamen gewesen, und seit 2002 hat er eigentlich auch keine wirkliche Verbindung mehr zum Ruhrgebiet: Schulz wohnt in Solingen. Doch er hat etwas Entscheidendes festgestellt: „Je länger ich unterwegs bin, merke ich, dass ich ein Junge aus dem Revier bin.“ Heimatgefühle sind wichtiger geworden. Und tatsächlich war Uwe Schulz in diesem Jahr zu Weihnachten während der Feiertage in Bergkamen.

 
 

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