Was Schwangere im Urlaub beachten müssen

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Essen..  Mit Babybauch in den Urlaub? Wenn die Schwangerschaft normal verläuft, kein Problem, sagen Frauenärzte. Denn selbst Flugreisen sind nicht unmittelbar gefährlich für Mutter und Kind.

Bevor das erste Kind geboren wird, möchten viele Paare noch einmal die Zweisamkeit genießen –oft bietet sich ein romantischer Urlaub in der Sonne an. Doch worauf muss die werdende Mutter achten? Und kann sie unbeschwert in Urlaub fliegen? „Ja“, sagt Dr. Thomas Bärlting, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Urlaub und Schwangerschaft schließen sich keinesfalls aus.“ Wichtig sei, dass die Schwangerschaft komplikationsfrei verlaufen ist und dass die Reise gut vorbereitet wird.

Ideale Reisezeit

„Die ideale Urlaubszeit ist ab dem dritten Schwangerschaftsmonat“, sagt Bärtling. „Die meisten Frauen wollen vorher nicht verreisen, da sie unter Morgenübelkeit und anderen Schwangerschaftsbeschwerden leiden.“ Außerdem sei in den ersten Monaten das Risiko einer Fehlgeburt besonders hoch.

Zum Ende der Schwangerschaft sei eine Reise ebenfalls nicht zu empfehlen, denn ab dem sechsten Monat steigt das Risiko einer Frühgeburt. „Fluglinien verlangen ab diesem Zeitpunkt in der Regel ein Attest vom Frauenarzt über die Flugtauglichkeit der Schwangeren“, sagt Bärtling. Jede Fluggesellschaft hat eigene Vorschriften. Deshalb rät der Experte, sich zu informieren, ab wann ein Attest nötig ist. Ist der Flug schon vor der Schwangerschaft gebucht, kann eventuell eine Reiserücktrittkostenversicherung in Anspruch genommen werden.

Schwangerschaft und Fliegen

Der Babybauch drückt vor allem beim Sitzen auf Becken- und Beinvenen und staut damit das Blut und das kann zum Verschluss der Vene, zur sogenannten Thrombose führen. „Wichtig ist daher, Thrombosestrümpfe zu tragen und ab und zu aufzustehen oder die Beine hoch zu legen“, sagt Bärtling.

Außerdem sollten werdende Mütter auf Flugreisen:

• viel trinken

• bequeme Kleidung tragen

• einen Platz mit ausreichend Beinfreiheit wählen beispielsweise am Gang

• Füße und Zehen immer wieder kreisen lassen

• den Sicherheitsgurt unter dem Bauch anlegen

Malariagebiete meiden

„Generell ist es natürlich gut, ins Europäische Ausland zu verreisen“, sagt Bärtling. „Im Notfall ist hier die medizinische Versorgung besser.“ Da eine Malariainfektion für das Ungeborene gefährlich ist, raten Ärzte von der Reise in Malariagebiete ab. „Da in fernen Ländern auch andere Infektionskrankheiten drohen, ist oft eine Impfung auch während der Schwangerschaft ratsam“, sagt Bärtling. „Über Risiken lassen sich Schwangere am besten reisemedizinisch beraten.“

Das sollten werdende Mütter im Urlaub mitnehmen:

• Mutterpass

• benötigte Medikamente

• Vitamine und Folsäure

„Auch wenn es im Urlaubsort Apotheken gibt, sollten werdende Mütter Medikamente und Folsäuretabletten aus Deutschland mitbringen“, sagt Bärtling. „Zum einen kann die Dosierung im Ausland anders sein, zum anderen gibt es dort vermehrt gefälschte Medikamente, die nicht als solche zu erkennen sind.“

Kein Hochleistungssport

Wie auch zu Hause gilt: Schwangere dürfen sich nicht überanstrengen. „Sport ist gut, auspowern aber nicht“, sagt Bärtling. Muskeln und Gelenke sind aufgrund der Hormonumstellung während der Schwangerschaft oft anfälliger. Daher ist das Aufwärmen wichtig.

Geeignet sind:

• Stretching

• Aqua-Aerobic

• Yoga

• Tai-Chi

• Chi-Gong

Der Babybauch trübt auch den Urlaub am Meer nicht: Denn Frauenärzte empfehlen Sportarten, die Gelenke und Kreislauf schonen wie Schwimmen, Radfahren und Wandern.

Und selbst Bergwandern ist möglich. Jedoch sollten dabei keine extremen Höhenunterschiede überwunden und Höhenlagen von über 2000 Meter vermieden werden. Auch steilen Abstiegen und engen Pfaden sollten werdende aus dem weg gehen, denn Schwerpunkt und Gleichgewichtssinn verändert sich während einer Schwangerschaft.

 
 

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