Was Frauen über die Wechseljahre wissen sollten

Viele Frauen leiden in den Wechseljahren vor allem unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen.
Viele Frauen leiden in den Wechseljahren vor allem unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen.
Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind die häufigsten Anzeichen dafür, dass Frau in die so genannten Wechseljahre kommt. Die sind ein ganz natürlicher Vorgang und müssen nicht in jedem Fall mit einer Hormonersatztherapie behandelt werden.

Düsseldorf. Den Begriff "Wechseljahre" (Klimakterium) assoziieren viele Frauen mit einer sorgenreichen Zeit. Häufig wird geglaubt, dass diese Phase der hormonellen Umstellung neben Hitzewallungen zwangsläufig auch größere gesundheitliche Gefahren mit sich bringt. Doch dem ist nicht so. Bei all den medizinischen Forschungsberichten über die unterschiedlichen Folgen des hormonellen Rückbaus, wird häufig vergessen, dass die Wechseljahre ein ganz natürlicher Vorgang sind. Und manche Frau sehnt das Klimakterium sogar herbei entweder, weil sie nicht mehr gebärfähig sein will oder nach Jahrzehnten der Periode endlich Ruhe wünscht.

Raucherinnen kommen früher in die Menopause

Meist beginnen die Wechseljahre zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, Raucherinnen kommen häufig früher in die sogenannte Menopause. Eines der häufigsten Anzeichen der Wechseljahre sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die auch nachts auftreten können und somit Schlafstörungen verursachen. Die Hitzewallungen entstehen, weil sich die Hautgefäße öffnen und vermehrt Blut aufnehmen. Wer während dessen ein starkes Herzklopfen verspürt, muss aber nicht unbedingt einen Facharzt aufsuchen. Die erhöhte Herzaktivität ist eine normale Körperreaktion auf die verspürte Hitze. Zudem tritt die Periode unregelmäßig auf oder bleibt ganz aus. Stimmungsschwankungen und Depressionen können ebenfalls ein Anzeichen für das einsetzende Klimakterium sein, müssen aber nicht auftreten. Wissenschaftler glauben jedoch nicht, dass die psychischen Erscheinungen zwangsläufig durch die Wechseljahre ausgelöst werden.

Schnelltests bieten Anhaltspunkt

Da die Symptome der beginnenden Wechseljahre von Frau zu Frau unterschiedlich stark auftreten, ist sich manche Frau nicht sicher, ob nun die Zeit gekommen ist oder nicht. Doch nicht nur, wer die Pille als Verhütungsmittel endlich absetzen möchte, hätte gerne Gewissheit. Einen zuverlässigeren Anhaltspunkt bieten Schnelltests. Ob der "MenoQuick" oder "Menopausen-Test", die in Apotheken erhältlichen Produkte sind leicht zu handhaben. Damit wird im Urin die Konzentration des follikelstimulierenden Hormons (FSH) gemessen. Es wird von der Hirnanhangdrüse produziert und steigt kurzfristig an, wenn die Eierstöcke stimuliert werden, um Eizellen zu bilden. Sobald die Menopause einsetzt, sinkt der FSH-Spiegel und die Eierstöcke produzieren keine Eizellen mehr.

Facharzt berät über Maßnahmen

Bestätigt das Testergebnis die Wechseljahre, sollte ein Facharzt aufgesucht werden. Er kann über Maßnahmen gegen Beschwerden beraten. So ist beispielsweise ein Mittel gegen Schlafstörungen das sogenannte Hormon-Yoga. Mit Sport und einer Ernährungsumstellung kann dem erhöhten Osteoporose- und Herz-Kreislauf-Risiko vorgebeugt werden. Nicht immer ist eine Hormonersatztherapie erforderlich. Über alle Optionen sollte man sich umfangreich beraten lassen und vor der medikamentösen Behandlung die Möglichkeiten der Lebensstilgestaltung ausschöpfen. (mp)