Wäsche schrankfertig bis ins Haus

Frau Alexandra Sagorny hat sich mit einem Bügelservice selbständig gemacht. Foto: Bodo Kürbs
Frau Alexandra Sagorny hat sich mit einem Bügelservice selbständig gemacht. Foto: Bodo Kürbs
Foto: Bodo Kürbs

Bergkamen. Vor fünf Jahren suchte Alexandra Sagorny nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Flexibel wollte sie bleiben und die Arbeit zu Hause erledigen können. Die passende Geschäftsidee kam der dreifachen Mutter bei der Hausarbeit: „Ich bügle gerne und wusste, dass das viele Frauen und Männer nicht so gerne machen.“ Damit war der erste Schritt zum eigenen Bügelservice gemacht.

Mit der Unterstützung ihrer drei Kinder und ihres Mannes Ralf, von Beruf Lehrer, wagte sie sich in die Selbständigkeit. Die Grundausstattung war bereits vorhanden, wurde aber um professionelle Geräte erweitert. Investiert wurde in einen Dressman TJ 10000, eine Bügelpuppe, die Hemden oder Blusen vorglättet sowie ein professionelles Bügelbrett. Nun konnte es losgehen. Mit einer Zeitungsannonce und Flyern ging Familie Sagorny auf Kundenfang, wenig später folgte eine Internetseite (www.buegeln4u.de).

Nur einen Tag später stand der erste Kunde vor der Tür. „Ein Herr aus Holzwickede, der längst zu meinen Stammkunden gehört“, erinnert sich Alexandra Sagorny. Und der Kundenstamm wuchs kontinuierlich. Familienmütter oder Singles, berufstätige oder kranke Menschen – die Kundschaft der Bergkamenerin ist bunt gemischt. Mittlerweile zählt sie etwa 25 Personen zu ihrem festen Kundenstamm. Ihr „Bügelstudio“ im Dachgeschoss bekam mit der Zeit Zuwachs, zwei Dressmänner, eine Heißmangel und eine große Dampfbügelstation sind hinzugekommen. Doch mindestens ebenso wichtig wie die professionelle Gerätschaft ist der persönliche Kontakt zu ihren Kunden, Zeit für einen kleinen Plausch nimmt sie sich gerne. Ebenso wichtig ist Alexandra Sagorny ein makelloser Service: „Zum Beispiel sortiere ich die Wäsche so, dass sie aus dem Korb direkt in den Schrank gelegt werden kann.“

Und was ihre Kunden an ihr haben, stellten sie spätestens vor knapp drei Jahren fest. Die ungewohnte Belastung zwang Alexandra Sagorny zu einer Pause. „Ich hatte eine Art Tennisarm und musste drei, vier Monate aussetzen. Dann hab ich’s aber nicht mehr ausgehalten“, berichtet sie. Kaum hing das Firmenschild wieder, standen ihre Kunden auf der Matte. „Eine Kundin sagte mir, dass sie todunglücklich gewesen sei“, erzählt Alexandra Sagorny stolz.

Mit Massagen und Akupunktur hält sie sich seitdem fit. Die Suche nach einer Aushilfe hat sie mittlerweile aufgegeben, die richtige Kandidatin sei einfach nicht dabei gewesen. Wenn es eng wird, kann sie sich auf die Hilfe ihrer ältesten Tochter Sarah verlassen. Den ganzen Papierkram hält ihr von Beginn an ihr Mann vom Hals. Und sie hat sich mittlerweile auch etwas zurückgenommen, hält sich die meisten Wochenenden frei und gönnte sich zuletzt sogar drei Wochen Betriebsferien. Um die Treue ihrer Kunden ist ihr längst nicht mehr Bange. Daran änderten auch die vielen Nachahmer – teilweise in unmittelbarer Nachbarschaft – nichts.

 
 

EURE FAVORITEN