Wärmestein gesucht

Guenter Holtmann aus Bocholt sammelt Wärmflaschen. Foto Dirk Schuster WAZ FotoPool
Guenter Holtmann aus Bocholt sammelt Wärmflaschen. Foto Dirk Schuster WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Günter Holtmann sammelt leidenschaftlich historische Wärmespender .

Isselburg.. Heute hat kaum noch jemand einen Stein im Bett. Doch vor einem halben Jahrhundert war es noch gang und gäbe, sich mit einem erwärmten Ziegelstein, der in Zeitungspapier gewickelt wurde, um Verbrennungen zu vermeiden, zur Nachtruhe zu legen. „Wärmeflaschen waren damals noch ziemlich rar“, erläutert Günter Holtmann. Der 72-Jährige muss es wissen. Schließlich ist er leidenschaftlicher Sammler von Wärmespendern – ein Sammelbegriff für die verschiedensten Körperwärmegeräte wie Wärmflaschen, Wärmepfannen sowie eben den Wärmesteinen.

Hofbesitzer aus Vehlingen

Auf Bauernhöfen am Niederrhein beziehungsweise im früheren Urstromtal des Rheins wurde allerdings oftmals kein Ziegelstein verwendet. Bauern fanden Rheinkiesel auf dem Feld. Die rund sechs bis acht Kilogramm schweren gleichförmig ovalen Steine, die von weiß bis dunkelgrau farblich variieren konnten, sucht Holtmann nun.

Im Jahr 2005 sprach er mit einem Hofbesitzer aus Vehlingen auf einer Hobbybörse in Dinxperlo. Dieser berichtete Holtmann, dass er von seiner Großmutter einen solchen Wärmestein vererbt bekam. „Diesen oder andere Wärmesteine versuche ich aufzuspüren, um sie zu fotografieren und um damit die bis in unser Jahrhundert unbekannte Geschichte der Wärmespender zu erforschen und aufzuschreiben“, so Holtmann, der beruflich als Unternehmensberater tätig war.

In keinem Museum zu finden

Der Sammler aus Bocholt hat unter anderem auch schon den Heimatverein Anholt kontaktiert, damit so sein Anliegen in der Region bekannter wird.

Neben dem Wärmestein fürs Bett könnte aber auch dessen „kleiner Bruder“ noch in einigen Haushalten auffindbar sein. Im Gegensatz zum Bettstein handelt es sich beim so genannten Handwärmer ebenfalls um einen kleineren und mehr eiförmigen Kieselstein, der im Volksmund deshalb Wärmeei oder wegen der Ähnlichkeit mit einem Brötchen auch Wärmesemmel genannt wurde.

„Besonders erwähnenswert ist, dass Bettsteine und Handwärmer aus unbearbeitetem Naturstein weder in Museen noch Sammlungen zu finden sind und daher ein besonderer Glücksfall für die Geschichtsschreibung wären, wenn mit dieser Aktion welche gefunden würden“, sagt Holtmann, der auf seiner Internetseite www.gholtmann.de viele weitere Informationen zu der Geschichte der Wärmespender veröffentlicht hat.

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