Von Hartz IV zum Unternehmer

Der Kiosk KnoBi wird am 15. Mai von den Betreibern Bianca Laudan (rechts), Silvia und Christian Knopp an der Schimmelstraße in Methler eröffnet.
Der Kiosk KnoBi wird am 15. Mai von den Betreibern Bianca Laudan (rechts), Silvia und Christian Knopp an der Schimmelstraße in Methler eröffnet.
Foto: Dietmar Wäsche

Methler. Gestern noch arbeitslos, heute schon Unternehmer. Mit einem Kiosk in Methler – ihrem eigenen Kiosk – wagen drei Bergkamener einen Neustart. „Wir wollen endlich unser Leben leben“, sagt Silvia Knopp energisch. Für sie, ihren Ehemann Christian und Bianca Laudan bedeutet das: Weg von Hartz IV.

Nicht mehr vom Staat abhängig zu sein, das war ein lang gehegter Wunsch der Drei. Aber wie? Ideen für ein Café oder einen Imbiss waren schon da. „Wir hatten bloß nie den Mut, weil die Kosten einfach zu hoch waren“, erzählt Silvia Knopp. Mit Hartz IV und vier Kindern daheim war weder an große Sparrücklagen zu denken, geschweige denn an einen Bankkredit.

Als Christian Knopp dann im April die Zeitungsanzeige entdeckte, in Methler sei ein Kiosk zu vermieten, ging alles ganz schnell. Zu schnell für das Jobcenter. „Einen Beratungstermin für Existenzgründung haben wir erst zwei Tage vor unserer Eröffnung bekommen“, sagt Bianca Laudan. So lang wollten die Neugründer aber nicht warten. „Sonst wäre der Kiosk weg gewesen“, ist die Bergkamenerin überzeugt.

Das nötige Wissen sammelten sie deshalb auf eigene Faust und hauptsächlich im Internet. „Dr. Google kennt sich ja aus“, grinst Bianca Laudan. Nächtelang haben sie recherchiert, wo man was bestellt, wie man sich nicht an eine Firma bindet, wie man mit möglichst wenig Kapital die Kioskregale füllt. Denn für die Finanzierung warfen die drei Bergkamener das in die Waagschale, was sie selbst aufbringen konnten – also nicht allzu viel.

„Ehrlich gesagt sind wir ein bisschen stolz, dass wir das allein geschafft haben“, sagt Silvia Knopp mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Und überzeugt, dass ihr Kiosk „KnoBi“ ein Erfolg wird, sind sie alle drei. Schon der Standort Ecke Schimmelstraße und Wasserkurler Straße hat die Bergkamener überzeugt. „Der Bahnhof in der Nähe und die Bushaltestelle direkt vor der Tür – das ist doch ideal“, meint Christian Knopp.

Die Konkurrenz in der Umgebung haben die drei Kioskbetreiber genau im Blick und wollen sich mit einem eigenen Sortiment abgrenzen. Neben Wassereis und gemischten Tüten wird es täglich belegte Brötchen, Frikadellen, Kuchen und Kaffee to go geben. Auch eine kleine Drogerie-Ecke mit Spülmittel und Windeln haben sie eingerichtet. Für Nostalgiker gibt es bei KnoBi Evergreen-Tütchen mit Eiskonfekt, Himbeerbonbons und Veilchenpastillen zu kaufen.

Pläne für die Zukunft haben die Drei auch schon. „Wenn alles gut läuft, würden wir noch einen zweiten Kiosk eröffnen“, sagt Christian Knopp. „Das haben wir uns schon vorgenommen.“

 
 

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