Von Bräuchen und Sitten der Römer

Kinga Golomb
Foto: Dietmar Wäsche

Oberaden.  „Siehst du, die Römer kennen sich auch mit Computern aus“, flüstert ein Vater seinem Sohn zu, als Dr. Matthias Laarmann in voller römischer Legionärsmontur versucht, die Präsentation anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Römerfreunde zu starten. Im Rahmen des Internationalen Museumstags am Sonntag entführten die Römerfreunde ihre Gäste ins 11. Jahrhundert vor Christus.

Gekleidet in römische Gewänder und Rüstungen begrüßten die Römerfreunde neugierige Bürger. Mit ihrem Wissen und ihrem authentischen Equipment präsentierten sie an mehreren Ständen das vielfältige Leben der damaligen Zeit. Eines der zentralen Themen war die Medizingeschichte. Inge und Peter Urbaniak alias Rubea Urbania und Urbanius Nestor erklären die Wirkung verschiedenster Pflanzen. „Das Zinnkraut wirkt harntreibend und hilft gegen Gicht“, erläutert der griechische Arzt Urbanius Nestor. Römische Ärzte habe es nämlich zu der Zeit noch nicht gegeben. Seine Frau Rubea Urbania erklärte die Kraft von Nelkenöl: „Dieses betäubende Öl half gegen Zahnschmerzen!“ Rubea selbst ist allerdings keine Römerin, sie ist Keltin. „Denn römische Frauen hatten viel zu wenig Rechte“, so Rubea. Die emanzipierte Keltin verkörpert das Bild der starken Frau.

Rauer Ton und Liebeslyrik

Trotz des rauen Tons des Militärs, spielte auch Liebe immerzu eine große Rolle. Mit Liebeslyrik habe man schon damals versucht, Herzen zu erobern. „Jeder Liebende musste um die Gunst der auserwählten Frau kämpfen“, weiß Dr. Matthias Laarmann, Vorsitzender der Römerfreunde. Besondere Komplimente sollten es den Männern einfacher machen. „An dir hätte selbst Jupiter nichts auszusetzen“, übersetzt Laarmann einen der bekanntesten Liebessprüche.

Haben Liebespaare sich erst einmal gefunden, konnte dies ausgiebig gefeiert und begossen werden – natürlich mit römischem Honigwein. Ernst und Wilma Neugebauer luden im Museum zu einer kleinen Weinverkostung.

Die kleinen Entdecker unter den Gästen konnten sich währenddessen an der frischen Luft im Bogenschießen und Cornublasen üben. „Dazu gehört eine gewisse Portion Talent“, gesteht Museumsleiterin Barbara Strobel.

Mit lobenden Worten war auch Bürgermeister Roland Schäfer nicht sparsam. „Hier soll Vergangenheit lebendig werden“, sagt er mit einer ausladender Geste über die Museumsräumlichkeiten. Die Römerfreunde seien eine wichtige Interessengemeinschaft, die seinen Wunsch unterstützt. Mit ihren wissenschaftlichen Ansätzen und strebsamen Zielsetzungen leisten sie nun schon seit zehn Jahren dazu einen großen Beitrag.

Auch Initiator Dr. Matthias Laarmann nutzte den Tag. um den Erfolgskurs der Römerfreunde Revue passieren zu lassen. Denn mittlerweile seien die Römerfreunde zuverlässige Partner des Stadtmuseums, findet auch Barbara Strobel. Zahlreiche gemeinsame Aktionen haben die Kooperation gefestigt. „Auf weitere zehn Jahre“, lautet daher Bürgermeister Schäfers Prognose.