Vom Pferdefuhrwerk zum Modellauto

Modell Schlotmann
Modell Schlotmann
Foto: WR

Werdohl..  Der „Anton aus Werdohl“ und andere historische Möbelwagen des Werdohler Transportunternehmens Schlotmann fahren europaweit nun auch als Modell-Autos. Die Lüdenscheider Modellbaufirma Wiking hat bereits zwei Schlotmann-Möbelwagen aufgelegt und weitere sollen folgen. Eine Serie ist geplant.

Seit wenigen Wochen ist der Mercedes LP 1313 vom Baujahr 1968 im Spielzeughandel erhältlich. Vor sechs Jahren kam ein Vorkriegs-Möbelwagen in der original Schlotmann-Lackierung, olivgrau mit dem orangefarbenen Mittelstreifen und weißem Dach, sowie Beschriftung „Anton Schlotmann“, auf den Markt. Er wurde auf einem Rocco-Güterwagen mit Bremserhäuschen für Modelleisenbahner verkauft. Allerdings ist dieser Mercedes-Typ nicht bei Schlotmann gefahren.

Betagte Autos noch im Einsatz

„Wir sind schon lange auf die historischen Autos in Werdohl aufmerksam geworden. Das Engagement von Gerd Schlotmann auf diesem Gebiet, wobei die betagten Autos noch im täglichen Einsatz sind, hat uns angeregt, diese Autos als Modelle zu vertreiben.“ So Dirk Schütte von der Wiking-Werbeabteilung. Der VW-Käfer, der Büssing „Burglöwe“ und vielleicht noch andere Schlotmann-Fahrzeuge sind als Modell vorgesehen. Für Produktion und Erscheinen im Handel gibt es aber noch keinen festen Zeitplan.

Wiking bedient sich bei der Produktion der Kunststoffmodelle vorhandener Formen. „Wir haben Formen vieler heute historischer Autos, die in früheren Zeiten schon erschienen sind, vorrätig. Die passenden Modelle erhalten dann die Schlotmann-Lackierung mit dem Original-Firmenaufdruck“, erklärt Schütte das Vorgehen. 90 Prozent der Modellautos würden in Europa im deutschsprachigen Raum verkauft, zehn Prozent darüber hinaus. Die Wiking-Modellautos sind im Maßstab 1:87 gefertigt und passen somit zu Modelleisenbahnen der Spur H0.

Schlotmann liebt die alten Autos

Jedes Fahrzeug im Schlotmann-Fuhrpark hat seine eigene Geschichte. Mit dem Mercedes-Lastzug LP 1313 nahmen Gerd und Christel Schlotmann jüngst an einer Deutschlandrundtour für historische Lastwagen teil. Den Anhänger dieses Zuges erstand Gerd Schlotmann Anfang der 90er Jahre. Den Original-Zugwagen dazu nach langer Suche wenige Jahre später. Seit 1997 ist der Möbelwagen mit dem Aufdruck „Hier ist der Anton aus Werdohl“ auf der großen Front-Sonnenblende im Fernverkehr Einsatz und nun auch als Spielzeug oder bei der Märklin-Eisenbahn.

Gerd Schlotmann liebt die alten Autos. Ein Opel-Blitz (Baujahr 1934), ein alter Scania neben dem Büssing „Burglöwe“, VW „Käfer“ mit ovalem Rückfenster, Mercedes und ein VW-Golf mit Pritsche gehören zum Fuhrpark.

Der „Antek“, wie Gerd Schlotmann von Freunden genannt wird, hat seinen Autos zum Teil Namen gegeben.

Da gibt es LKW „Möbi dick“ oder „Alter Schwede“ und natürlich den „Anton aus Werdohl“. „Abraham“ ist der Mercedes 170 VA von 1955 und „Lieschen“ der Mercedes 180 von 1960. Die Fahrzeuge tragen teilweise Kenzeichen mit AL, LÜD und LS.

 
 

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