Vielen droht Wohnungslosigkeit

DerWesten

Dorsten. Die Gesamtzahl der Besucher ist auch im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Dies meldet das Café Kick, die Kontakt- und Beratungsstätte der Caritas für Drogenkonsumenten aus Dorsten in seinem Jahresbericht für 2010.

Dabei waren Wohnungslosigkeit und die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche die wichtigen Thema unter den Besuchern.

Aus unterschiedlichen Gründen haben im letzten Jahr einige der Besucher ihre Wohnung verloren und hatten Probleme, eine neue zu finden. Das lag zum einen daran, dass das Jobcenter keine Kaution gewährt, die aber von vielen Vermietern verlangt wird. Zum anderen lagen die Mieten in manchen Fällen knapp über dem erlaubten Satz von 263 Euro pro Monat. Die Klienten müssten den Rest selber aus ihrem Regelsatz bezahlen, was für viele aber ein Problem ist und mit Mietschulden und Kündigung endet, berichtet das Team des Café Kick.

Oft schließen Vermieter auch sofort einen ALG II-Empfänger als Mieter aus oder verlangen eine Schufa-Auskunft, die für die Klienten des Café Kick meistens negativ ausfällt. Auch die großen Wohnungsgesellschaften in Dorsten verfahren inzwischen so, was die Wohnungssuche für die Betroffenen nur weiter erschwere.

Soll dann auch noch ein Hund mit einziehen, wie von manchen gewünscht, wird die Sache aussichtslos. Von Obdachlosigkeit sind oft auch junge Menschen unter 25 Jahren betroffen, die ohne Erlaubnis der Behörden nicht von ihren Eltern weg und in eine eigene Wohnung ziehen dürfen. Aber keiner der Klienten im Café Kick lebt noch bei seinen Eltern.

Wie es im Jahresbericht heißt, nehmen nur wenige der wohnungslosen Klienten eine Notunterkunft in Anspruch und leben lieber mal hier und mal da und im Sommer vor allem auf der Straße.

Der Spritzentausch oder der Kauf neuer Spritzen am Spritzenautomaten war auch im vergangenen Jahr die am meisten nachgefragte Serviceleistung. Knapp 3000 Spritzen wurden 2010 ausgegeben, 2009 sogar mehr als 4000, 2008 dagegen nur knapp 1000.

20 bis 30 Menschen kommen täglich ins Café Kick. Viele von ihnen nutzen die Möglichkeit, hier ihre Wäsche zu waschen und zu trocknen, sich zu duschen oder zu waschen. Auch alkoholfreie Getränke, Brötchen und Obst, Zeitung und Literatur gibt es, und das Telefon kann für behördliche Angelegenheiten und zur Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche benutzt werden. Dazu können die Besucher auch Beratung und Hilfe in Anspruch nehmen.