Verletzte und Festnahmen bei Protesten gegen den Castor

Polizisten setzten massiv Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein. Foto: rtr
Polizisten setzten massiv Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein. Foto: rtr
Der Castor-Transport ist auf dem Weg zum Zwischenlager Gorleben. Atomkraft-Gegner hatten zuvor die Gleise blockiert und nach eigenen Angaben auch Schienen zerstört. Zwischen den Demonstranten und der Polizei kam es zu schweren Zusammenstößen. Atomkraftgegner berichten von Verletzten.

Valognes. Der Atommüll-Transport aus Frankreich hat nach Informationen von Kernkraftgegnern in Nordfrankreich die Region Lothringen erreicht. Gegen 8 Uhr die Ortschaft Lérouville im Departement Meuse erreicht. Dort stoppte der Zug. Es wird erwartet, dass der Castor-Zug im Laufe des Tages Deutschland erreicht, wann und wo der Zug dann über die Grenze fährt, war aber noch unklar. Aktivisten kündigten Protestaktionen entlang der Strecke an.


Etwa fünfhundert Personen hatten am Mittwoch versucht, die Abfahrt des Zuges in Frankreich zu verhindern. Es kam zu Auseinandersetzungen. Ein Polizeiwagen ging in Flammen auf. Die Sicherheitskräfte drängten die Demonstranten mit Tränengas und Schockgranaten zurück. Nach Angaben französischer Atomkraftgegner wurden zwei Personen von Gummigeschossen der Polizei verletzt. Insgesamt sollen mindestens zwölf Aktivisten festgenommen worden sein. Bereits beim Start hatte der Zug eine Verspätung von mehr als 90 Minuten.

Zehntausende Atomkraftgegner erwartet

Die Transporte waren auf deutscher Seite stets von heftigen Protesten begleitet. Im vergangenen Jahr hatten bis zu 50.000 Menschen gegen den Castor demonstriert, auch dieses Jahr werden zehntausende Atomkraftgegner erwartet. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) forderte die Demonstranten zur Gewaltlosigkeit auf. "Es gibt ein Recht auf Demonstrationsfreiheit, es gibt aber kein Recht auf Gewalt", erklärte Röttgen am Mittwoch in Berlin.

Französische Umweltministerin hat kein Verständnis für Demonstranten

Die französische Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet zeigte wenig Verständnis für die Proteste. "Wir schicken diesen Müll ins Ausland zurück. Wollen die Demonstranten, dass wir ihn behalten?", fragte sie. Der Konvoi besteht wie im Vorjahr aus elf Waggons, die jeweils einen Castor-Behälter befördern. Dabei handelt es sich um hochradioaktiven Abfall aus deutschen Atomkraftwerken, der in La Hague aufbereitet und in Glaskokillen verschweißt wurde.

Es ist der zwölfte und letzte Transport dieser Art aus La Hague nach Deutschland. Nach bisheriger Planung soll der Zug am Freitag oder Samstag im rund 1200 Kilometer von Valognes entfernten Zwischenlager Gorleben eintreffen. (afp/dapd)

 
 

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