Unvergesslicher Konzertabend

Meisterkonzert im Kulturhaus mit MORGENSTERN TRIO Meisterkonzert im Kulturhaus mit MORGENSTERN TRIO
Meisterkonzert im Kulturhaus mit MORGENSTERN TRIO Meisterkonzert im Kulturhaus mit MORGENSTERN TRIO
Foto: Jakob Salzmann WR

Lüdenscheid.. Es gibt Konzertabende, die man nicht vergisst. Das Meisterkonzert mit dem Morgenstern Trio, das am Sonntagabend im Kulturhaus im Rahmen der Jüdischen Kulturtage NRW zum Hörgenuss der Extraklasse avancierte, gehört dazu.

So leidenschaftlich und enthusiastisch, sinnlich und emotional wie Stefan Hempel (Violine), Emanuel Wehse (Violoncello) und Catherine Klipfel (Klavier), international mit höchsten Auszeichnungen dekoriert, miteinander musizierten, ist Kammermusik nur selten zu erleben.

Hommage an Musik jüdischer Komponisten

Dass Lüdenscheid beim Gastspiel der drei Virtuosen obendrein eine Uraufführung erlebte, machte das Meisterkonzert in doppelter Hinsicht zu einem Highlight der Saison. In Verbindung mit dem Kultursekretariat Gütersloh lud das Kulturhaus zur Begegnung mit dem Trio, das an der Essener Folkwang Hochschule zusammenfand und in kürzester Zeit wichtige Preise gewann – zuletzt mit dem Kalichstein-Laredo-Robinson International Trio Award einen der großen internationalen Preise für Klaviertrio.

An den drei Komponistennamen Leonard Bernstein, Boris Gurevich und Felix Mendelssohn-Bartholdy machten Stefan Hempel, Emanuel Wehse und Catherine Klipfel ihre Hommage an die Musik jüdischer Komponisten fest. Zur Entdeckung gerieten dabei die Trios von Bernstein und Gurevich, dessen Werk – zuvor in Ausschnitten bei der Eröffnung der Jüdischen Kulturtage in Dortmund zu hören – im Kulturhaus seine Uraufführung erlebte. Voller Ideen, voller Leben steckte Boris Gurevichs eigens für die Jüdischen Kulturtage geschriebenes Klaviertrio. Leider ohne den Komponisten, der als Korrepetitor am Essener Aalto-Theater beschäftigt ist und sich von dort nicht loseisen konnte, erlebten die Zuhörer die Uraufführung eines Werks, das eine ganz eigene, originelle Sprache sprach und Überliefertes im Heute verankerte. Mal alles hinwegfegender Orkan, mal schwebendes, zartes Tongemälde war die lustvoll zwischen Tradition und Moderne wandelnde Komposition, die im Morgenstern Trio überragende Interpreten fand.

Fortlaufende Stimmungsumschwünge

Bernsteins extrovertierter, emotionaler Charakter spiegelte sich in dem spieltechnisch immens schwierigen Klaviertrio aus dem Jahr 1937, in dem sich melodisches, folkloristisches und aufwühlendes Tonmaterial in bemerkenswerter Fülle und Vielfalt fand. Den Kontrastreichtum der Komposition, die fortlaufenden Stimmungsumschwüngen unterworfen war, arbeitete das Trio in feinsten Nuancen, klar und transparent heraus. Wunderbare Leichtigkeit und Kantabilität verliehen die drei Musiker dem Mendelssohn-Trio, dem ein eigenständig ausformulierter Klavierpart als klanglicher Gegenpol zu den Streichinstrumenten besondere Intensität verlieh. Glänzend gelang das Wechselspiel der Instrumente bei den vielfältigen Stimmungen, die dem Werk - in einer Zeit voller Widersprüche entstanden - innewohnten. Ein Meisterwerk führten Stefan Hempel, Emanuel Wehse und Catherine Klipfel meisterhaft auf.

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