Umfragen sehen keine klaren Mehrheits-Verhältnisse in NRW

Foto: ddp

Mainz/Köln.. Die Bürger in NRW haben gut eine Woche vor der Landtagswahl keinen klaren Favoriten. Jüngste Umfragen von ARD und ZDF zeigen zwar, dass die CDU im Abwind ist und die SPD ein leichtes Plus erntet. Schwarz-Gelb und Rot-Grün haben aber weiter keine klare Mehrheit.

Der Ausgang der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bleibt weiter spannend. Nach neuen Umfragen bekämen die klassischen Koalitionen aus CDU und FDP oder aus SPD und Grünen derzeit beide keine Mehrheit. Auch die Spitzenkandidaten von CDU und SPD, Jürgen Rüttgers und Hannelore Kraft, liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Nach einer neuen Infratest-dimap-Umfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen käme die CDU gut eine Woche vor der Entscheidung am 9. Mai als stärkste Partei auf 37,5 Prozent der Stimmen. Die SPD liegt demnach bei 33 Prozent, die FDP käme auf 7,5 Prozent, die Grünen auf 12 Prozent, und die Linke liegt bei 5,5 Prozent. Damit gäbe es nach wie vor weder für Schwarz-Gelb noch für Rot-Grün eine regierungsfähige Mehrheit.

Mehrheit fordert, SPD sollte Bündnis mit Linken klar ausschließen

Von den denkbaren Konstellationen wird eine rot-grüne Koalition aus SPD und Grünen von den Wählern laut Umfrage trotzdem am besten beurteilt. 47 Prozent der 1000 Befragten sind der Meinung, dass ein solches Bündnis gut für Nordrhein-Westfalen wäre. 39 Prozent sagen dies über eine große Koalition aus CDU und SPD. Eine Fortführung der Koalition von CDU und FDP sehen hingegen nur 35 Prozent als gut für das Land an. Schwarz-Grün trifft bei 23 Prozent auf Zustimmung, ein Bündnis aus SPD, Grünen und der Linken halten hingegen nur 17 Prozent für gut.

Trotzdem gaben laut Umfrage immerhin 29 Prozent der Befragten an, die SPD solle eine Koalition mit den Linken ernsthaft prüfen, falls sich nach der Wahl eine entsprechende Mehrheit ergebe. 64 Prozent sind hingegen der Ansicht, die SPD solle ein Bündnis mit den Linken grundsätzlich ausschließen.

Zu ähnlichen Umfrageergebnissen kommen auch die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, die für das ZDF-Politbarometer 1080 Wahlberechtigte befragte, sowie das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut Unister Market Research & Analysis (UMA), das 1.373 Wahlberechtigte interviewte. Auch in diesen Umfragen zeichneten sich keine Mehrheiten für die klassischen Koalitionen ab. Die Linke würde zudem auch nach diesen Befragungen mit rund 6 Prozent der Stimmen den Sprung in den nordrhein-westfälischen Landtag schaffen.

Kraft mit besseren Aussichten bei Direktwahl

Wie bei den Parteien gibt es laut Infratest dimap auch bei den Spitzenkandidaten derzeit keinen klaren Favoriten. So würden sich bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten 41 Prozent für den amtierenden Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) entscheiden. Auf den gleichen Wert käme auch seine Herausforderin von der SPD, Hannelore Kraft. Im ZDF-Politbarometer liegt Hannelore Kraft sogar mit 43 Prozent der Stimmen vorne. Im März hatte Rüttgers bei dieser Umfrage noch mit 39 zu 31 Prozent geführt.

Bei den als wichtig betrachteten Themen hat der Wahlkampf eindeutige Spuren hinterlassen. Während in der ZDF-Umfrage vom März noch 22 Prozent der Befragten die Bereiche Bildung und Schule als wichtigste Themen einschätzten, sind es inzwischen bereits 39 Prozent. Der SPD wird dabei eine höhere Kompetenz zugeschrieben: 35 Prozent der Befragten trauen den Sozialdemokraten hier am meisten zu, 26 Prozent vertrauen der CDU. Beim Thema Arbeitsplätze liegen beide Parteien gleichauf bei 30 Prozent. Lediglich bei der Wirtschaftskompetenz haben die Christdemokraten mit 34 Prozent einen Vorsprung vor der SPD, die bei 22 Prozent liegt. (apn)

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen