Tunesischer Präsident kündigt Neuwahlen an

Tunis. Der tunesische Präsident Zine el Abidine Ben Ali hat angesichts der anhaltenden Unruhen am Freitag die Regierung aufgelöst und Neuwahlen ausgerufen. Der Reiseveranstalter Thomas Cook wird Tausende Touristen aus Tunesien evakuieren.

Der tunesische Präsident Zine el Abidine Ben Ali hat laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens angesichts der anhaltenden Unruhen am Freitag die Regierung aufgelöst und Neuwahlen binnen sechs Monaten ausgerufen. Zuvor hatte die Polizei in der Hauptstadt Tunis Tränengas gegen mehrere tausend Demonstranten eingesetzt, die Ben Alis Rücktritt forderten. Sie skandierten Parolen wie „Ben Ali - raus“ oder „Ben Ali - Mörder“. Andere trugen Transparente mit der Aufschrift „Wir werden nicht vergessen“ und erinnerten damit an die zahlreichen Toten der vergangen Wochen. Die Demonstranten protestieren seit rund einem Monat gegen hohe Arbeitslosigkeit und die Politik des autokratisch regierenden Präsidenten. Laut offiziellen Angaben kamen bislang 23 Menschen ums Leben, die Opposition geht aber vom Dreifachen aus.

Der Reiseveranstalter Thomas Cook wird Tausende Touristen aus demnordafrikanischen Land evakuieren. Man sehe zwar keine spezifischen Probleme für die Urlauber, habe aber seinen Kunden angeboten, Tunesien zu verlassen, teilte Thomas Cook in London mit. In Deutschland hingegen berief sich das Unternehmen auf die verschärften Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes. „Noch heute werden mehrere Sondermaschinen nach Tunesien geschickt, um die rund 2.000 deutschen Gäste von Thomas Cook abzuholen“, teilte der Veranstalter mit.

TUI plant keine Rückholaktion

Der deutsche Veranstalter TUI plant dagegen keine Rückholaktion. Der Konzern in Hannover erklärte, er sehe „momentan keine Veranlassung, deutsche Touristen aus den tunesischen Urlaubsgebieten gegen ihren Willen zurückzuholen“, zumal das Auswärtige Amt in Berlin keine förmliche Reisewarnung ausgesprochen habe. Die Stimmung unter den Gästen sei „unverändert ruhig“. Vorzeitige Abreisewünsche gebe es bislang keine, nötigenfalls würden aber auf Wunsch vorzeitige Rückflüge organisiert. (dapd)

 
 

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