Trotz Schwund großes Rad drehen

Uwe Tonscheidt
Schmuckstück des Kreisverkehrs in Neuernade ist das Wasserrad, hier aufgenommen in der Abenddämmerung.
Schmuckstück des Kreisverkehrs in Neuernade ist das Wasserrad, hier aufgenommen in der Abenddämmerung.
Foto: WR

Neuenrade. Um aus bundesweit sinkenden Bevölkerungszahlen für Neuenrade das Beste zu machen, schlägt Bürgermeister Klaus Peter Sasse am Montag im Ausschuss für Stadtentwicklung die Gründung einer Task Force vor. Das kündigte der Rathauschef am Donnerstag bei der Einweihung der erneuerten Volksbank-Geschäftsstelle an.

„Zukunft für Neuenrade“, so sein Vorschlag, könne diese Projektgruppe heißen.

Zuvor hatte Sasse eine dramatische Bevölkerungsentwicklung aufgezeigt. Alle Orte im Märkischen Kreis würden bis 2035 drastisch an Einwohnern verlieren. In Altena sei es besonders schlimm, „ein Minus von 46 Prozent“. 10200 Einwohner werde die einstige Kreisstadt dann noch zählen, nannte Sasse neueste Prognosen. Die wiesen für die Nachbarstadt Werdohl einen Rückgang um 38 Prozent auf 11.830 Einwohner aus. Neuenrade habe dann noch „knapp 10.000 Einwohner“, ein Minus von 19 Prozent. Damit gehöre die Hönnestadt noch zu den „Gewinnern“. „Gewinner ist der, der am wenigsten verliert“, so Sasse zur „Dramatik der Entwicklung“.

„Jetzt muss es unser Ziel sein, diesen Trend noch zu verbessern“, forderte der Bürgermeister auf, für die Zukunftsperspektive gemeinschaftlich ein großes Rad zu drehen. Eine Task Force, die aus Unternehmern, Schulvertretern, Kirchen, Vereinen, Ärzten und anderen wichtigen örtlichen Vertretern bestehe, solle dabei helfen. Die Ärzte zum Beispiel bei der Frage, wie die medizinische Versorgung vor Ort künftig aussehen kann. Sasse wünscht sich auch die Banken in die Projektgruppe - „öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche“. Und wie der Chef der hiesigen Genossenschaftsbank spricht Sasse davon, in Neuenrade „auf Angriff zu spielen“. In der Schulpolitik habe man das mit der erfolgreichen Gründung der Gemeinschaftsschule bereits getan. Die Hauptschule stand vor dem Aus, rief Sasse in Erinnerung, dass die Anmeldezahlen nicht mal mehr für eine Klasse reichten. Jetzt ist eine dreizügige Schule mit Perspektive ins Schulgebäude eingezogen.