Trinkwasser in der Region könnte teurer werden

DerWesten

Essen. Die Wasserwerke in der Region wollen in weitere Klärverfahren an der Ruhr investieren. Dadurch könnte der Wasserpreis erheblich steigen. Sorgen bereiten Ruhrverband und der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke Fracking in Wasserschutzgebieten.

Die Wasserqualität der Ruhr ist gleichbleibend gut. "Das Trinkwasser war jederzeit in Ordnung, nennenswerte Probleme hat es nicht gegeben", sagte Helmut Sommer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR), am Montag bei der Präsentation des gemeinsam mit dem Ruhrverband erstellten Ruhrgüteberichts 2010. Dem Bericht zufolge befindet sich die Ruhr bei der Belastung mit Nährstoffen und Schwermetallen in einem guten bis sehr guten Zustand.

Das Prädikat "gut" verfehlte die Ruhr nur bei Belastungen mit Nitrat und Zink sowie auf Teilstrecken mit Cadmium und Kupfer. Bei organischen Mikroverunreinigungen - darunter die möglicherweise krebserregenden Perfluorierten Tenside (PFT), die 2006 für Aufregung sorgten - gebe es nur noch weitgehend unbedenkliche Restkonzentrationen.

Verbände warnen vor Fracking

Ungeachtet dieser durchweg positiven Bilanz werden die 32 Wasserwerke des AWWR in den nächsten Jahren rund 350 Millionen Euro in zusätzliche Aufbereitungsstufen investieren. Es geht dabei um die vorsorgliche Absicherung der Wasserversorgung gegen unerwartete Stoffe. Die Landesregierung werde voraussichtlich in den nächsten Wochen eine entsprechende Anordnung erlassen. Der Endverbraucherpreis könnte sich dadurch allerdings um 10 bis 20 Cent pro Kubikmeter erhöhen, erklärte Sommer.

Sorgen bereiten dem AWWR und dem Ruhrverband, die insgesamt 4,6 Millionen Menschen versorgen, mögliche Probebohrungen zur Förderung von Gas aus unkonventionellen Lagerstätten. Drei Unternehmen wollen in Regionen, die auch Wasserschutzgebiete des Ruhrverbandes umfassen, das sogenannte Fracking-Verfahren anwenden. Dabei werden giftige Chemikalien eingesetzt. Dementsprechend fallen große Mengen gefährlicher Abwässer an. Beide Verbände begrüßen, dass das Umweltministerium des Landes vor der Genehmigung von Erkundungsbohrungen die Umweltverträglichkeit mit einem Gutachten prüfen lassen will und stellen ein eventuelles Verbot des Fracking-Verfahrens in Wassereinzugsgebieten zur Diskussion. (dapd)