Triefende Hundenase und Trockenfutter für Katzen

Essen. Es ist Online-Sprechstunde. Und die Tierärzte Dr. Gmeiner und Dr. Höptner geben Antworten auf Ihre Fragen. In dieser Woche geht es um eine triefende Nase und die Ernährung mit Trockenfutter bei Katzen.

Frage: Meinem Chiuwawa, 11 Jahre alt, läuft seit drei Monaten die Nase, es sieht aus wie Wasser. Auserdem hat sie einen Würgehusten und frisst fast nichts mehr. Bitte sagen Sie mir was das ist.

Antwort: Die von Ihnen geschilderten Symptome welche Ihre Hündin seit drei Monaten plagen erscheinen sehr schwerwiegend. Die Ursache des Hustens ist meistens in den Lungen oder im Herz-Kreislaufsystem lokalisiert. Selbstverständlich muß man bei chronischem Nasenausfluß auch an entzündliche Veränderungen in der Nase oder der Nasennebenhöhlen denken.

Eine genauere Ursachenforschung ist nur möglich mit einer exakten diagnostischen Vorgehensweise. Hierzu wäre es unabdingbar daß Sie Ihre Hündin einem Tierarzt Ihres Vertrauens vorstellen. Empfehlenswert wären weiterführende Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen der Lunge und des Herzens in zwei oder drei Ebenen, sowie zur Abklärung eines Lungenwurmbefalls sollte eine ausreichende Kotmenge von drei aufeinanderfolgenden Tagen untersucht werden. Aufgrund der Tatsache, daß Ihr Hündin fast nichts mehr frißt, wäre sicherlich auch eine Infusionstherapie zur Stabilisierung des Kreislaufes anzuraten

Frage: Mein Polnischer Hütehund (11 1/2 Jahre) hatte eine böse entzündete Talgdrüse mit einem großen Abzess. Die Tierärztin hat diesen vor acht Tagen entfernt und musste ein ganzes Stück Haut oder Gewebe mit entfernen. Es wurde genäht. Dann ist alles aufgerissen und hat sich entzündet. Dann ein anderes Antibiotika und klammern. Die Entzündung ging zurück , aber die Klammern sind zum zweiten mal wieder aufgerissen. Die Klammern hielten und alles ist daneben ausgerissen. Ist mir ja auch klar, weil ja eine wahnsinnige Zugkraft bei jeder Bewegung an der Naht zieht! Die Naht sitzt genau auf der Schulter! Wir schonen ihn soweit das geht und laufen für das große Geschäft nur kurz ums Haus, damit er sich so wenig wie möglich bewegt. Pippi macht er ja im Garten. Heute Morgen wieder Klammern. Ich muss die Wunde jetzt desinfizieren und mit Mullauflage trocken halten, weil das ja auch immer wieder blutet. Was mache ich wenn das wieder reißt? Und wie kann ich die Wundheilung, die ja dann wohl von innen stattfinden muss, noch unterstützen? Bitte geben Sie mir einen Rat und was könnte man denn sonst noch tun? Ich brauche einfach eine zweite Meinung!

Antwort: Leider gibt es immer wieder Wundheilungsstörungen , welche verschiedene Ursachen haben können. Grundsätzlich sind folgende Probleme dafür verantwortlich:

  • Veränderung wurde nicht im " Gesunden " entfernt, deshalb kann die Naht ausreißen
  • inadäquate Wahl des Nahtmaterials ( zu dick oder zu dünn , resorbierbar oder nicht)
  • kein ausreichender Schutz , der verhindert , dass sich der Patient selbst traumatisiert
  • entferntes Gewebe wurde nicht pathologisch untersucht (krankes Gewebe hat schlechte Heilungstendenz)
  • Lokalisation ist ungünstig und bedingt eine schlechte Wundheilung durch Zugkräfte oder lokalen Druck z. B. Schleimbeutelentzündung am Ellbogen ...
  • infiziertes Gewebe welches sekündär heilen muß
  • Nahtversorgung schadet mehr, als sie nutzt

Was kann man tun

  • Förderung der Sekundärheilung durch lokale Hydrotherapie (mit Wasserbrause abduschen)
  • Deck - oder Entlastungsnähte anbringen, um Zug - oder Druckkräfte zu minimieren, bzw. Selbsttraumatisierung durch den Patienten zu verhindern.
  • Antibiose nach Antibiogramm
  • Halskragen, Verbände oder andere Maßnahmen ergreifen , um die Wunde zu schützen ´
  • oder, wie mein Kollege sagen würde : fragen sie den Arzt ihres Vertrauens

Frage: Meine Katze frisst nur Trockenfutter. Hab ihr schon oft was aus der Dose gegeben, aber das frisst sie nicht. Ist die Ernährung ausschließlich mit Trockenfutter schädlich?

Antwort: Wenn Ihre Katze ausschließlich Trockenfutter mag oder bekommt, ist das grundsätzlich gesundheitlich unbedenklich. Die Voraussetzung dafür ist nur, dass es sich beim angebotenen Trockenfutter um ein geeignetes Alleinfutter für die Katze in der jeweiligen Lebensphase handelt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Nähwerte des jeweiligen Trockenfutters auf die Bedürfnisse,die in den unterschiedlichen Lebensphasen variieren, angepasst sind. Bestimmte Nährstoffe kann die Katze nicht synthetisieren und muss sie mit der Nahrung aufnehmen(unter anderem Taurin, Arachidonsäure, Vitamin A etc...) Ob benötigte Mengen ausreichend vorhanden sind, hängt nicht davon ab, ob es sich um Trockenfutter oder Nassfutter handelt, sondern ausschließlich von der Zusammensetzung.

Der einzige Unterschied zwischen Trocken und Nassfutter mit der gleichen Zusammensetzung liegt beim Wassergehalt (Trockenfutter 8-10%, Nassfutter 60-90%). Unabhängig von der Fütterungsart sollte jedoch immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung bereit stehen.

Die Online-Sprechstunde

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Die Antworten werden jeden Dienstag auf www.DerWesten.de/tiere vorgestellt.

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