Trauriges Ende einer Musik-Party

Jonas Milk

Südkamen. „School’s out for Summer“ hieß es am Wochenende etwas voreilig am Buxtorf-Haus. Zumindest, was die Ausgelassenheit der meisten Besucher anging, hätte man meinen können, die Schule hätte sich tatsächlich schon in die Ferien verabschiedet. Das „School’s out“ läutete für alle Musikbegeisterten schon zum wiederholten Male den wohl entspannendsten Teil des Jahres ein und konnte am Samstag definitiv mit der bisher qualitativ hochwertigsten sowie abwechslungsreichsten Ausgabe der Reihe aufwarten. Insgesamt sorgten sieben Bands und Solokünstler dafür, dass es in Südkamen lange nicht still wurde. Leider fand das Konzert ein unrühmliches Ende. Aber der Reihe nach.

Gesellschaftskritische Texte mit Humor

Zu sonnigem Wetter ging es los mit der Kamener Gruppe „I don’t like“. Gekonnt verbinden die sechs jungen Männer handgemachte Musik von Gitarre und Schlagzeug mit lässigen Rap-Texten und schaffen es so, die Zuhörer schon bei ihrem ersten Auftritt zu überzeugen. Als weiteres Highlight sollte bald Jon.Lupus folgen. Der Marburger Musiker wirkt auf der Bühne ein bisschen wie der junge Bob Dylan, aber mit viel Humor: Gesellschaftskritische Texte gelingen ihm ebenso gut wie Lieder über die Vorzüge des gepflegten Alkoholkonsums. Und mit Hilfe von Mundharmonika und Akustikgitarre sorgte Jon.Lupus dafür, dass das Ganze auch musikalisch ein sehr entspanntes Erlebnis wurde. Komplett andere Wege geht die Band „Team? Rock it!“ mit ihrer Musik: Hier werden Elektro-Beats, Posaunen und ironisch-bissige bis hedonistisch-sinnfreie Texte so durch den musikalischen Mixer gepresst, dass am anderen Ende etwas rauskommt, das schwer einzuordnen und von den Musikern selbst – durchaus passend – als Elektrotrash bezeichnet wird. Für Fans von „Audiolith“-Bands wie Frittenbude oder Egotronic auf jeden Fall eine echte Empfehlung.

Als Headliner konnten die Veranstalter die Kamener Band TapeRape gewinnen, die nach Pause und Umbesetzungen nun wieder auf der Bühne steht und genau da anknüpft, wo vor einiger Zeit aufgehört wurde: Geradliniger Punkrock vom Feinsten ließen die Veranstaltung alles andere als leise ausklingen und die Besucher gingen das Tempo der Band begeistert mit. Eine großartige Idee, dieses kleine Festival, das sich inzwischen eine durchaus ansehnliche Fanbasis „erkämpft“ hat, dank freiem Eintritt, günstiger Verpflegung und vor allem natürlich sehr guter Musik.

Alle Zeichen standen auf „schöner Abend“, und das war es auch durchweg bis fast zum Ende. Denn während die letzte Band noch spielte, sorgten plötzlich ein bis zwei Dutzend Krawallmacher, die offensichtlich nur zu diesem Zweck gekommen waren, unter dem bis dahin friedlichen und bunt gemischten Publikum für Unruhen und einige kleinere und größere Prügeleien. Unschönes Ende eines durch und durch gelungenen Tages. „Ich verstehe nicht, warum die sowas machen! Für genau die veranstalten wir ‚Rock gegen Rechts‘-Konzerte“, war angesichts des Migrationshintergrund der meisten Randalierer leider am Ende eine häufig gehörte Aussage.