Teures Zweibettzimmer – von Daniel Freudenreich

Daniel Freudenreich

Die Ideen von Jens Spahn zu einer besseren Patientenversorgung klingen prima. Rasche Termine beim Facharzt, wer will das nicht? Für die Forderung nach Zweibettzimmern im Krankenhaus wird Spahn viel Beifall von gesetzlich Versicherten ernten. Und für die Wahl eines Krankenhauses mag es hilfreich sein, wenn der Patient weiß, ob die Klinik XY ein Brutkasten für Keime ist oder nicht. Alles schön und gut. Zwei grundsätzliche Fragen bleiben: Wer soll das bezahlen? Wie soll es funktionieren?

Wenn Spahn ein Keimregister will, dann wird dies nur eine Aussagekraft haben, wenn alle Krankenhauskeime meldepflichtig werden. Ein Register allein wird die Zahl der Infektionen nicht verringern können. Dazu brauchen die Kliniken auch geschulte Hygienefachkräfte, die auf die Einhaltung der Vorschriften pochen. Nicht jedes Krankenhaus wird ohne weiteres auf Zweibettzimmer umstellen können. Was machen Häuser, die nach wie vor gut ausgelastet sind? Müssen sie für viel Geld anbauen? Dies dürfte nicht nur bei den öffentlich finanzierten Krankenhäusern schwierig werden. Spahns Ideen sind eine wichtige Diskussionsgrundlage für das Versorgungsgesetz. Mehr aber nicht.