Targobank bekommt in Rechtsstreit um Falschberatung Recht

DerWesten
Die Targobank hat vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf einen Etappensieg errungen. Foto: imago
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Im Streit um die Beratung von Kunden hat die Targobank einen Etappensieg errungen. Ein Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass die Bank beim Verkauf von Lehman-Zertifikaten falsch beraten hat.

Frankfurt. Im Streit um die Beratung von Zertifikate-Anlegern hat die Targobank einen Etappensieg errungen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) hat dem Institut am Donnerstag in zweiter Instanz in vier Fällen Recht gegeben. Damit muss die Bank Anlegern, die sich beim Kauf von Zertifikaten des inzwischen insolventen Emittenten Lehman Brothers schlecht beraten fühlten, keine Entschädigungen zahlen.

Zur Begründung verwiesen die Richter auf ein Musterurteil des OLG vom 16. Dezember 2010. Darin war es um einen Streit zwischen einer Anlegerin und der Targobank gegangen. Die Anlegerin hatte sich - wie in den am Donnerstag entschiedenen Fällen - schlecht beim Kauf von Lehman-Zertifikaten beraten gefühlt. Das OLG hatte in diesem Fall ein Urteil des Landgerichtes Düsseldorf bestätigt. Der Klägerin stehe kein Anspruch auf Schadenersatz zu, weil die Targobank ihre Beratungspflichten nicht verletzt habe.

Bruchteil einer Klagewelle

Die vier Targobank-Fälle sind nur ein Bruchteil einer Klagewelle. Als die US-Bank Lehman Brothers insolvent wurde, verfielen zahlreiche Zertifikate dieser Emittentin wertlos. Davon waren auch deutsche Anleger betroffen. Viele von ihnen hatten daraufhin gegen die Banken, die ihnen die Zertifikate verkauft hatten, geklagt. Die bisherigen Urteile haben teils den Banken und teils den Anlegern Recht gegeben. (rtr)