Tag der offenen Tür jeden Tag

Hunderte Gäste zählte die Moschee am Holzplatz während des Sommerfestes. Neben leckeren Speisen und Raum für Gespräche gab es eine Vielzahl von Aufführungen.          Foto: André Elschenbroich / WAZ FotoPool
Hunderte Gäste zählte die Moschee am Holzplatz während des Sommerfestes. Neben leckeren Speisen und Raum für Gespräche gab es eine Vielzahl von Aufführungen. Foto: André Elschenbroich / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Hervest. Die Besucherzahlen beim Sommerfest der muslimischen Ditib-Gemeinde in Hervest-Dorsten wuchsen täglich. Kamen am Freitagnachmittag nach dem traditionellen Gebet „nur“ 200, vorwiegend türkische Gemeindemitglieder, so konnten am Samstag und Sonntag jeweils mehr als fünfhundert Gäste aus ganz Dorsten und auch aus Nachbarstädten begrüßt werden. „Unsere Frauen hatten alle Hände voll zu tun, um jeden zu beköstigen, es sind bestimmt 1500 Mahlzeiten über den Tisch gegangen“ so Ferit Kocatürk vom Ditib-Vorstand: „Ein großes Dankeschön an unsere Damenabteilung für diese logistische Meisterleistung“.

In der Tat lag der köstliche Duft von Türkischer Pizza, Lammspießen und gerollten Weinblättern über dem Festgelände und verbreitete neben der Live-Musik der Gruppe Zemzem drei Tage lang - begünstigt durch das strahlende Wetter - eine südländische fröhliche Atmosphäre.

Ein Monopol für die Türkei gab es freilich nur beim Essen, „schließlich ist es ein Fest der interkulturellen Begegnung, und diesem selbst gewählten Anspruch wollen wir auch gerecht werden“ erklärte Kocatürk mit Nachdruck.

Für die Bühne vor der Moschee wurde ein abwechselungsreiches Programm für Jung und Alt zusammengestellt, um Vielen die Möglichkeit zu bieten, sich zu präsentieren und Allen, etwas zu lernen und sich zu vergnügen.

Eine Kindertanzgruppe zu deutschen Schlagern, ein tief religiöses arabisches Duett zweier Mädchen aus Gelsenkirchen, der russische Damenchor „Kalinka“ aus Wulfen-Barkenberg, ein tanzender Derwish aus Gladbeck und ein Feuerschlucker waren nur einige Höhepunkte der Veranstaltungen.

Viele nicht-muslimische Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, bei einer der vier Moscheeführungen nähere Einblicke in den Islam zu bekommen. Die junge Studentin der Sozialwissenschaften Betül Arik klärte mit Kompetenz und Sachlichkeit über den täglichen Gebetszyklus und muslimischen Feste auf. „Wir glauben auch an alle Engel, Propheten und die Heilige Schrift der Christen“ erfuhr mancher Besucher verwundert von der Dorstenerin. „Wir freuen uns über alle, die sich für unsere Religion interessieren“ sagt Arik. „Eigentlich haben wir Tag der offenen Tür jeden Tag.“

Der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Friedhelm Ashoff, nahm die Gelegenheit wahr, für den kommenden Monat eine Gruppenführung für Senioren zu organisieren. Wie auch Hans-Georg Rother als Abgesandter der Bonifatiusgemeinde das Fest nutzte, um den Iman und alle Mitglieder des Ditibs offiziell zum bevorstehenden Jubiläum einzuladen.

So wird das lang bestehende jährliche Gemeindefest des Ditib mehr und mehr zu einem wichtigen Termin im Kalender der interkulturellen Begegnungen in Dorsten. Ferit Kocatürk, der auch aktiv im Dorstener Integrationsforum engagiert ist, hat jetzt schon Pläne für das kommende Jahr und vor allem einen Programmwunsch: „Eine polnische Volkstanzgruppe“.

 
 

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