Straßenarbeiter finden Mircos Handy

Grefrath. Straßenarbeiter haben bei Mäharbeiten das Handy des vermissten Mirco entdeckt. Die Polizei spricht von einem Glücksfall und hofft nun, weitere Spuren zu bekommen.

Am gestrigen Donnerstag auf der L 39 –Grefrather bzw. Wankumer Landstraße: Mitarbeiter der Landesstraßenmeisterei Breyell mähen vor dem Winter noch einmal das Gras am Straßenrand. Dabei finden sie ein Handy, das sie der Polizei übergeben. Schließlich gehört diese Landstraße zu einem der Orte, an denen die Polizei nach dem vermissten Mirco aus Grefrath gesucht hatte. Der Elfjährige ist seit Anfang September verschwunden.

Die Polizei fand schnell heraus: Bei dem Handy handelt es sich um Mircos Handy. „Durch die hervorragende Aufmerksamkeit der Männer von der Straßenmeisterei ist die Soko in ihren Ermittlungen einen Riesenschritt weiter gekommen“, sagte der Leiter der Soko, Ingo Thiel. Der Fundort bestätigt die Beamten bei ihren bisherigen Ermittlungen: Die L 39 muss bei der Tat am 3. September eine entscheidende Rolle gespielt haben. Die Polizei ist überzeugt, dass der Täter dort am späten Abend mit einem VW Passat Kombi zunächst im Bereich des Forstweges anhielt, dann weiter in Richtung Grefrath fuhr und den Standstreifen an der Landstraße hinter der Wackertapp-Mühle langsam entlang fuhr oder dort angehalten hat, um das Handy von Mirco aus seinem Fahrzeug zu werfen.

Passatfahrer werden überprüft

Der Fund des Handys bringt die Ermittler möglicherweise einen beträchtlichen Schritt weiter. Sie hoffen auf Spuren an dem Handy. Sie wollen es auch technisch auswerten. Diesen Fund kann man nur als Glücksfall bezeichnen. Wir hatten eigentlich schon keine Hoffnung mehr, einen so kleinen Gegenstand überhaupt noch zu finden“, meint Thiel.

Im Zuge der Ermittlungen konnte die Polizei bereits mehrere Kleidungsstücke von Mirco finden, darunter eine Hose und ein Polo-Shirt. In den vergangenen Tagen hatten sich die Ermittler auf die bundesweite Überprüfung von VW Passat-Kombis aus den Baujahren 2005 bis 2010 konzentriert. Allein im Umkreis von Grefrath sind dies mehr als 2.500 gemeldete Fahrzeuge. Die Fahrzeughalter werden bei der Überprüfung auch um die Abgabe einer freiwilligen Speichelprobe gebeten. Bislang wurden mehrere Hundert Wagen überprüft. „Wir sind uns sicher, in nicht all zu ferner Zeit den richtigen Wagen zu finden“, sagte Polizeisprecher Willy Theveßen.

Mirco war am Abend des 3. September zuletzt an einer Bushaltestelle in der Nähe einer Skater-Anlage in Grefrath gesehen worden. Von dort aus wollte der Elfjährige mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Die Polizei geht davon aus, dass das Kind einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen ist, und der Täter aus der Umgebung stammt. (jgr/dapd)

 
 

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