Stephanie zu Guttenberg zockt sich zu 500.000 Euro

Stephanie zu Guttenberg bei  "Wer wird Millionär?". Foto: Hermann J. Knippertz/dapd
Stephanie zu Guttenberg bei "Wer wird Millionär?". Foto: Hermann J. Knippertz/dapd
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Köln.. Das Promi-Special von „Wer wird Millionär“ schwankte je nach Kandidat zwischen Witz, Tempo und Langeweile. Ina Müller und Bülent Ceylan standen für Kurzweil, bei Stephanie zu Guttenberg und Jens Lehmann sorgten die Fragen für Spannung.

Zu den regelmäßigen Höhepunkten der RTL-Quiz-Reihe „Wer wird Millionär“ gehört das Promi-Special. Einen legendären Auftritt wie einst von Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer gab es am Donnerstag allerdings nicht. Moderator Günther Jauch hatte seine Gäste weitestgehend im Griff. Dabei schwankte die Show je nach Kandidat zwischen Witz, Tempo und Langeweile. Ina Müller und Bülent Ceylan waren für die kurzweiligen Momente zuständig, während bei Stephanie zu Guttenberg und Jens Lehmann die Fragen für Spannung sorgen mussten.

Bei Fragen bis zu 16.000 Euro half den Promis entweder der geschulte Schulterblick oder Günther Jauch leitete sie durch die Fangfragen. Erst beim großen Geld setzte der Moderator sein Pokerface auf, und es wurde mitunter dramatisch. Denn alle wählten die Risiko-Variante – nicht das „Looser-Zeugs“ (Ina Müller) mit der Sicherheitsstufe bei 16.000 Euro.

Ina Müller scheitert am Galerieholländer

Mit der Kult-Talkerin Ina Müller nahm als erste Kandidatin ein loses Mundwerk auf dem Stuhl Platz, das auch Günter Jauch kurzzeitig sprachlos machte. Dabei startete die Hamburgerin im Gegensatz zu ihren sonstigen Show-Gewohnheiten mit einem Glas Wasser. In ihrer ARD-Sendung „Inas Nacht“ hätte sie schon zu Beginn einen Alkohol-Grundpegel von 0,2 Promille, verriet Ina Müller, der im Laufe der Sendung steil nach oben geht. Trotzdem ließ sie sich bei „Wer wird Millionär“ nicht davon abhalten, erstmal aus dem Nähkästchen zu plaudern – etwa von einem Auftritt Jauchs als Disc-Jockey.

Die Zuschauer erfuhren wie moderne Integration aussieht („Tipps vom Türken“ – Bülent Ceylan), wer im legendären Flipper-Kostüm steckt und dass Ina Müller auf Yoga statt Drogen setzt. Abgesehen vom Alkohol – bis zum ersten Bier musste sie bei Jauch allerdings noch etwas warten. „Das wäre sonst nicht jugendfrei“, wies Jauch seinen frech-fröhlichen Gast zurecht.

Mit viel Glück und dank eines regelmäßigen Schulterblicks manövrierte sich die Königin des Trash-Promi-Talks bis zur 500.000 Euro-Frage: Was ist ein Galerieholländer? Ein Damenrad, ein Segelschiff, eine Windmühle oder ein Holzpantoffel? Trotz 50/50-Joker und dem langersehnten großen Bier fand die große Sabbelstunde der Hamburgerin an dieser Stelle ein Ende und sie musste den Kandidatenstuhl – mit immerhin 125000 Euro - räumen. Richtig wäre übrigens Windmühle gewesen.

Stephanie zu Guttenberg geht Risiko

Mit dem Tempo und Witz einer Ina Müller konnte die zweite Kandidatin nicht mithalten. Stephanie zu Guttenberg schien so angespannt, dass sie den Small Talk auf das Nötigste beschränkte. Da mussten schon die Fragen für Dramatik sorgen. Mit Hilfe von Jokern fand sie unter anderem eine Verbindung des Pfälzers Johann Valentin Pressler zu Elvis Presley heraus. War das schon mehr vermutet als gewusst, so entpuppte sich die Gattin des Verteidigungsminister Theodor zu Guttenberg in der nächsten Runde als Zockerin.

Bei der 500.000-Euro-Frage nach dem Autor eines Kinderbuches, der Leiter einer Nervenheilanstalt in Frankfurt am Main war, taumelte sie zwischen den Antworten Struwwelpeter und Urmel aus dem Eis. Obwohl ihr Günther Jauch einen ausführlichen Vortrag über das Thema Verantwortung hielt, ging sie volles Risiko und landete mit dem „Struwwelpeter“ den Volltreffer. Bei der Million-Frage gab sie schließlich auf: In der Urfassung welchen Liedes wird neben Weihnachten auch Ostern und Pfingsten besungen? Die Antwortmöglichkeiten: Alle Jahre wieder, O du fröhliche (richtig), Stille Nacht, Leise rieselt der Schnee.

Jens Lehmann sprintet durch die Fragen

Nun war der „professionelle Depp“ an der Reihe, wie sich Komiker Bülent Ceylan selbst beschrieb. Während der Mannheimer einige Integrations-Witze einstreute und seine schwarze Haarpracht mehrfach zum Einsatz brachte, war der komischste Höhepunkt Günther Jauch vorbehalten. Der dozierte oberlehrerhaft über die Schöpfungsgeschichte gepaart mit Religions- und Biologieeinflüssen. Das Aus kam für Ceylan bei der 500.000-Euro-Frage: Wobei wird zwischen klimakterisch und nichtklimakterisch unterschieden? Die Möglichkeiten: Backwaren, Fleisch, Milchprodukte, Früchte (richtige Antwort).

Eine schnelle Runde legte schließlich Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann hin. Schon nach wenigen Minuten war er bei 125.000 Euro angelangt, die er sich mit der Antwort auf die Frage nach dem ursprünglichen Sinn des Wortes Konfetti verdiente. Es waren nicht die Reiskörner, Blütenblätter oder Münzen sondern die Süßigkeiten. Das schaffte der ehemalige Spieler von Borussia Dortmund und Schalke 04 mit etwas Glück auch ohne den Zettel, den Günter Jauch aus dem Kniestrumpf an seinem Schienbein zog. Gescheitert ist Lehmann an folgender 500.000-Euro-Frage: Wobei unterscheidet man sechs verschiedene sogenannte Widerstandsklassen? Fahrradreifen, Plastiktüten, Haustüren oder Balkonpflanzen – richtig waren die Haustüren.

Insgesamt kamen beim Promi-Special des RTL-Spendenmarathons für „Kinder in Not“ nach gut drei Stunden Spielzeit 875.000 Euro zusammen.

 
 

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