Steiler Aufstieg nach Start mit Haken und Ösen

H.-Peter Hoffmann, Geschäftsführer im Ruhestand (re), und Matthias Geilich, Geschäftsführer der Firma Lenzkämper Drahtformtechnik
H.-Peter Hoffmann, Geschäftsführer im Ruhestand (re), und Matthias Geilich, Geschäftsführer der Firma Lenzkämper Drahtformtechnik
Foto: WR

Lüdenscheid.. Die Bauteile sind klein und unscheinbar, aber sie stecken in fast jedem deutschen und in vielen ausländischen Autos. Von Massenmodellen bis hin zu Exoten wie Rolls Royce und Bentley beliefert die Firma Lenzkämper namhafte Kfz-Hersteller in aller Welt. Die technisch anspruchsvollen Drahtformteile zählen zu den Spitzenprodukten ihrer Art.

Im Wortsinne mit Haken und Ösen begann die 75-jährige Geschichte des 1935 von Hermann Lenz und Carl Kämper gegründeten Unternehmens, das nach der Währungsreform 1948 mit der Herstellung von Zubehörteilen für die Haushaltsindustrie einen steilen Aufstieg erlebte. Bis in die 80er-Jahre zählten Marken wie Krups und Rowenta zu den Hauptkunden.

Dr. Ing. Kuno Kämper, der 1953 ins Unternehmen eingetreten war und 1954 weiterer Teilhaber wurde, stellte die ersten Kontakte zur Autoindustrie her, die in den 60er-Jahren zu Aufträgen für den VW Käfer führten. Anfang der 70er-Jahre begann die Entwicklung von Umlenkbeschlägen für Sicherheitsgurte mit der Firma Repa für den ersten VW Golf.

Ein wichtiges Datum in der Firmengeschichte ist für Hans-Peter Hoffmann, der Ende 1971 für den Familienstamm Lenz ins Unternehmen eingetreten und 36 Jahre lang Geschäftsführer war, die Errichtung einer Ausbildungswerkstatt im Jahr 1976.

Vollautomat günstiger
als Billiglohnfertigung

Damit trat die Firma dem chronischen Mangel an Facharbeitern entgegen. Bis heute wurden rund 140 junge Menschen bei Lenzkämper zu Werkzeugmachern ausgebildet, außerdem absolvierten etwa 30 Industrie- und Bürokaufleute ihre Ausbildung.

Dass Lenzkämper Mitte der 90er-Jahre nach Öffnung des Eisernen Vorhangs nicht dem Trend in die Niedriglohnländer folgte, sondern am Stammsitz in Lüdenscheid investierte, ist für Hoffmann ein weiterer markanter Punkt der Firmengeschichte. Handarbeit im Niedriglohnland Slowenien war nicht günstiger als vollautomatische Fertigung in Lüdenscheid. Deshalb hätten die Gesellschafter die hohen Investitionen bewilligt.

Mit einem hohen Automatisierungsgrad, stets zunehmender Fertigungstiefe und vor allem dem großen Know-How der rund 100-köpfigen Belegschaft in der keineswegs simplen Technologie des Drahtbiegens stellt sich Lenzkämper den Herausforderungen eines scharfen globalen Wettbewerbs und blickt zuversichtlich in die Zukunft.

 
 

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