Stadtbahn auf dem Abstellgleis

Fotomontage: Stadtbahn vor dem Bergkamener Rathaus
Fotomontage: Stadtbahn vor dem Bergkamener Rathaus
Foto: WR
Sechs Jahre steht sie jetzt schon auf dem Abstellgleis. In zwei oder drei Jahren könnte sie aber wieder Fahrt aufnehmen: Die Stadtbahn Dortmund-Bergkamen-Hamm

Bergkamen..  Sechs Jahre steht sie jetzt schon auf dem Abstellgleis. In zwei oder drei Jahren könnte sie aber wieder Fahrt aufnehmen: Die Stadtbahn Dortmund-Bergkamen-Hamm - und mit ihr auch die Hoffnungen der Anlieger auf Lärmschutz entlang der Güterbahnstrecke in Oberaden und Overberge.

Der Silberstreif am Horizont tat sich in der vergangenen Woche in Essen in der parlamentarischen Beratung der Zusatzwünsche des Regionalverbands Ruhr zum neuen Entwurf des Bundesverkehrswegeplans auf. Hier möchte der RVR, dass das Land in seinen Forderungskatalog an den Bund den Ausbau der Hamm-Osterfelder-Bahnlinie zwischen Lünen und Hamm aufnimmt.

Dass dies in einigen Jahren unausweichlich sein wird, ist für RVR-Verkehrsplaner Frank Joneit so sicher wie das Amen in der Kirche. „Der Güterbahnverkehr von der Betuwe-Linie in Holland in Richtung Osten wird zunehmen“, erklärt er. Diese zusätzliche Belastungen aufzunehmen, sei die Hamm-Osterfelder-Bahn im Bereich Bergkamener überhaupt nicht in der Lage, lautet sein Befund.

Ausbau der Güterbahnliniein jedem Fall erforderlich

Deshalb müsse sie ausgebaut und optimiert werden. Wie genau, sei aber noch völlig unklar. Dies könnte bedeuten, in Teilabschnitten ein drittes Gleis anzulegen. Vielleicht reiche es aus, Stellwerke zu versetzen. Ohnehin bleibt für Joneit das Problem, dass der Bergbau mit seinen Bergsenkungen in Bergkamen für eine sehr schwierige Topographie gesorgt habe.

Wenn sich Bund und Bahn gezwungen sähen, irgendwann die Güterbahnlinie hier auszubauen, dann bestehe auch die Chance in diesem Zug für passiven Lärmschutz zu sorgen, sagt Joneit. Und nicht nur dies: Dann könnten auch Maßnahmen ergriffen werden, den Personennahverkehr zu reaktivieren.

Die Stadtbahnpläne für Bergkamen seien von den Stadtwerken Dortmund wegen der hohen Investitionskosten auf Eis gelegt worden. Über 120 Millionen Euro hätte die Stadtbahn von Dortmund nach Hamm mit ihrer Haltestelle am Bergkamener Busbahnhof gekostet. Ein nicht unbedeutender Teil würde wegfallen, wenn der Bund die ohnehin notwendige Optimierung der Hamm-Osterfelder-Bahn, die in Lünen und Bergkamen mitbenutzt werden soll, bezahlt.

Joneit rechnet damit, dass das Land 2014 seine Stellungnahme an den neuen Bundesverkehrswegeplan formulieren wird. Bürgermeister Roland Schäfer begrüßt es ausdrücklich, dass der RVR hier die Stadtbahn und das Thema Lärmschutz an der Güterbahnstraße erneut auf die Tagesordnung gesetzt hat. Schließlich seien beide Projekte Bestandteile des aktuellen Regionalplans des RVR.

Joneit kennt sich übrigens bestens aus in den Personennahverkehrsproblemen in Bergkamen und im übrigen Kreis Unna. Schließlich hatte er auch das Gutachten geschrieben, das dazu führte, dass ab 2006 der Schnellbus S30 zwischen Bergkamen und der Dortmunder Innenstadt pendelt.

Die S30 hat danach eine Erfolgsgeschichte geschrieben. „Ein vollständiger Ersatz für den Personennahverkehr auf Schienen ist die S30 aber nicht“, betont Joneit.

 
 

EURE FAVORITEN