Stadt und Polizei sollen sensibler werden

Lünen. Stadt und Polizei sollen in Zukunft Themen rechter Gewalt sensibler behandeln, als sie es bei der Nazi-Demo am 27. August in Lünen taten. Das fordert der Integrationsrat der Stadt Lünen, der dazu in seiner Sitzung am Donnerstag eine entsprechende Resolution fassen will.

Bekanntlich konnten 78 Nazis am vorvergangenen Samstag öffentlich für ihre Kundgebung in Dortmund werben, ohne dass die Öffentlichkeit vorab informiert wurde und dagegen Flagge zeigen konnte.

Die Polizei beruft sich darauf, die Öffentlichkeit generell nicht informieren zu müssen. Bei der Stadt hieß es, man sei davon ausgegangen, die Demo finde möglicherweise nicht statt, weil der vom Veranstalter ursprünglich benannte Willy-Brandt-Platz als Demonstrationsort nicht infrage kam. Man habe sich bei der Polizei dann nicht weiter erkundigt, ob die Demo doch stattfinde, hieß es aus dem Rathaus.

Im Resolutionstext des Integrationsrates heißt es nun: Man habe „mit Entsetzen zur Kenntniss genommen, dass die NPD und andere rassistische und fremdenfeindliche Gruppierungen einen Aufmarsch in Lünen für die Anfang September in Dortmund geplante Demonstration durchgeführt haben“.

Die klare Haltung des Integrationsrates: „Als politisch Verantwortliche lehnen wir jegliche Form von Gewalt ab. Es gebietet uns unsere Menschlichkeit und die Verpflichtung gegenüber unserer Geschichte, solchen Aktionen entschieden entgegen zu treten.“ Was das künftige Handeln betrifft, heißt es im Resolutionstext des Integrationsrates: Wir fordern sowohl Behörden als auch die Polizei auf, künftig diese Themen noch sensibler zu behandeln und rechtzeitig die Öffentlichkeit zu informieren“.

Die öffentliche Sitzung findet am Donnerstag, 8 September, um 16 Uhr im Sitzungssaal 1 im Rathaus statt.

 
 

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