Staatsanwaltschaft lässt Mitarbeiter Karate üben

(Foto: Imago)
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Wuppertal.. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat für ihre Mitarbeiter Selbstverteidigung auf den Dienstplan gesetzt. Angehende Justiz-Mitarbeiter werden in Karate geschult. Grund sind Übergriffe von Klienten.

Mit Kampfsport sollen sich Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Wuppertal vor Gewalttätern und Überfällen schützen: „Wir sind öfters mit dem Tode bedroht worden“, erklärt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert die Schulung zur Selbstverteidigung.

Die wird momentan 18 Mitarbeitern der Behörde von einem Wuppertaler Instititut beigebracht, das im Internet für „moderne und praxisorientierte Fortbildung“ wirbt – allerdings bezieht sich die Fortbildung zunächst einmal auf die Bereiche Software, Betriebswirtschaft, Recht und Medien. Nun steht auch Karate auf dem Lehrplan für Staatsanwälte, Rechtspfleger und Justizwachtmeister, weil sie „eskalierende Begegnungen“ bewältigen sollen.

Landtags-FDP nennt Projekt Unfug

Eine davon hatte kürzlich ein Mann verusacht, der eine Geldstrafe nicht zahlen wollte oder konnte. Er hatte im Behördengebäude an der Hofaue randaliert und die Beschäftigten in Angst und Schrecken versetzt. „Wenn sich unser Konzept bewährt“, sagt Behördensprecher Baumert, „geht eine neue Gruppe ins Training.“

Die FDP im NRW-Landtag verurteilte am Montag das Projekt. „Die Staatsanwaltschaft ist für die Aufklärung von Verbrechen zuständig und keine Kampftruppe“, sagte Robert Orth, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion. Er verurteilte die Fortbildung als „Unfug“. Das Training könnte kontraproduktiv sein, weil die Gefahr bestehe, „dass Staatsanwälte in einer Gefahrensituation ihre Fähigkeiten überschätzen und sich in Gefahr bringen.“

 
 

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