Spitzenklasse in St. Lambertus

Weihnachtskonzert mit dem Barbershop-Chor "Ladies First", Dirigat: Manfred Adams, am So., 06.01.2013 in St Lambertus Affeln, letztes Stück gemeinsam mit Zuhörern "Stille Nacht...."
Weihnachtskonzert mit dem Barbershop-Chor "Ladies First", Dirigat: Manfred Adams, am So., 06.01.2013 in St Lambertus Affeln, letztes Stück gemeinsam mit Zuhörern "Stille Nacht...."
Foto: Udo Schnücker

Affeln.  Seit Sonntagabend steht fest: Der amtierende Barbershop-Chor-Champion „Ladies First“ aus Dortmund weiß jetzt, wo Affeln liegt und was für eine Superakustik die St. Lambertus-Kirche hat. Und die Affelner wissen jetzt, wie sich A-cappella-Musik eines Barbershop-Chores der Spitzenklasse in ihrer Kirche anhört. In dem rappelvollen Gotteshaus mit dem geschnitzten Altar aus Antwerpener Glanzzeiten war jeder zufrieden. Die Zuhörer verließen mit zufriedenen Gesichtern die Kirche und die Damen aus dem „Ladies-First“-Chor waren mit ihrem Auftritt im ländlich geprägten Sauerland („Leider gab es hier heute keinen Schnee!“) wohl selbst ein wenig überrascht von der positiven und herzlichen Resonanz, die ihnen entgegengebracht wurde.

„A Taste of Christmas“

„A Taste of Christmas“ lautete der Tenor des auf hohem Niveau stehenden Weihnachtskonzertes. Das Thema war gut gewählt, der „Duft zu Weihnachten“ zog sich von Anfang an durch die St. Lambertus-Kirche. Dirigent Manfred Adams und seine über 30 Sängerinnen ließen keinen Zweifel aufkommen, warum sie Champion der Barbershop-Musik sind. Es ist beeindruckend, mit welcher Textsicherheit sie agieren, gleiches gilt für die Intonation der Musik. Notenblätter sind tabu, dafür konzentrieren sich die Damen auf ihren Dirigenten, kleinste Fingerzeige werden vokal beachtet, die schon professionell wirkende Musikauffassung ist Garant für eine fehlerfreie Wiedergabe und das Klangbild in seiner Gesamtheit ist nur noch schwer zu toppen.

Auch mit jazzigen Tönen überzeugt

Barbershop-Musik, so Chorleiter Manfred Adams locker und souverän plaudernd am Mikro, könne der Chor bei dem Weihnachtskonzert im eigentlichen Sinne nicht bieten, dafür aber bekannte Weihnachtsweisen. Was folgte, war weihnachtliche A-cappella-Musik vom Feinsten - aber mit viel Barbershop-Feeling. Das Auftaktstück „O come, o come Emmanuel“ war mehr als der Startschuss zum Einsingen, es war das Selbstverständnis, mit schwierigen Harmonien erste Qualitätszeichen zu setzen. Vierstimmige Arrangements werden für „Ladies First“ zum Motivator, fremdsprachliche Texte sind kein Problem.

Wer Händels „Hallelujah“ mit Streicher- und Bläsersatz in Erinnerung hatte, wurde mit einer A-capella-Wiedergabe überrascht. Dynamisch, zielstrebig und mit großem Klangvolumen zog der Chor das aufmerksam lauschende Publikum in seinen Bann. Auch bei den anderen Musiktiteln (z.B. „Mary had a Baby“ oder das „Hallelujah“ von Leonard Cohen) bleiben „Ladies first“ souverän in der Qualität. Ihr Musikverständnis lässt in der Wiedergabe keine Zweifel aufkommen. Selbst das traditionelle und mehr vom Jazz geprägte „Steal away“, das die Gefühlswelt der schwarzen Afrikaner berührt und einst von Mahalia Jackson intoniert wurde, kommt von dem Chor so überzeugend, als wäre das „Ich möchte weg“ nur für ihn komponiert worden.

Ein Dorf auf hohem Musiklevel

„First Ladies“ haben in Affeln qualitative Maßstäbe gesetzt. Das ist keine Abwertung der Affelner Chöre / Vereine, die mit ihren kulturellen Beiträgen in der Region zur Spitze zählen, aber es ist so etwas wie ein Qualitätszeichen, wie hoch der Level im Dörfchen liegt. Das „White Christmas“ war ein würdiger Abschluss, nach den verdienten „standing ovations“ war eine Zugabe fällig. Das folgende Medley, das u.a. „Stille Nacht, heilige Nacht“ beinhaltete, ließ den „Taste of Christmas“ nachhaltig durch das Gotteshaus ziehen. Selbst Maria mit dem Kind auf dem Arm zeigte als Teil des geschnitzten Altars ein verständnisvolles Lächeln....

 
 

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